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„Gut Oerichsheil“ gerettet

Dieter Kunze von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (re.) und Timo Jahns von Lotto Niedersachsen (li.) freuen sich gemeinsam mit Gutsbesitzerin Cornelia Koch
Oederquart: Gutshof |

Der Westgiebel des hochmittelalterlichen Wohngebäudes drohte bereits einzustürzen


sum. Oederquart. Glücklich strahlt Cornelia Koch aus Oederquart zwischen Dieter Kunze, Ortskurator Stade der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Timo Jahns, Bezirksleiter von Toto-Lotto Niedersachsen. Nach der Unterzeichnung des Fördervertrages stehen der Gutsbesitzerin 20.000 Euro für die dringend erforderliche Sanierung des Westgiebels zur Verfügung. Die Fördergelder der Denkmalschutz-Stiftung stammen unter anderem aus den Überschüssen der Lotto-Gesellschaft.

Das denkmalgeschützte Gut Oerichsheil liegt mitten in Oederquart und besteht aus dem 1590 erbauten Wohnhaus, alten Wirtschaftsgebäuden und einem riesigen Parkgelände. Allein 12 Stunden benötigt Ehemann Joachim Mardt, um den Rasen zu mähen. Vor neunzig Jahren erwarb der Großvater von Cornelia Koch das Grundstück. Ihre 92jährige Mutter Gesa Bergmann wohnt bis heute hier.

Die Restaurierung des Gutshauses, in dem Familie lebt, ist dringend erforderlich. Vor vier Jahren saßen die Eheleute Koch/Mardt gemütlich vor dem Fernseher, als es plötzlich heftig rumpelte. Zunächst dachten sie, die Mutter wäre im ersten Stock gefallen. Der ging es aber gut. Am nächsten Morgen sahen sie das Dilemma: Zwei Fachwerke waren aus der Wand herausgefallen. „So fing alles an,“ erinnert sich Cornelia Koch. Nachdem die Substanz geprüft wurde, war schnell klar, dass eine Komplettsanierung des Westgiebels von Nöten war.
Bei den Planungen und Anträgen unterstützt sie Architekt Guido Goedecke aus Wischafen, der dabei versucht, den Denkmalschutz mit der Energiespar-Verordnung in Einklang zu bringen.

Der erste Bauabschnitt ist zum Teil fertig. Die Hälfte des Giebels war komplett zu entfernen und ein neues Fachwerk aus alten „abgelagerten“ Balken zu errichten. Die für das Gutshaus typischen Mauersteine wurden extra angefertigt, da sie kleiner als normale Ziegel sind. Die Verfugung erfolgte mit einer Muschelkalk-Mischung. Um dem Fachwerk das ursprüngliche „rote“ Aussehen wieder zu verleihen, werden die Balken im kommenden Jahr mit der Ölfarbe „Ochsenblut“ gestrichen.

Noch sehen das Musikzimmer und der „Saal“ im Westteil des Gebäudes leicht verwüstet aus. Doch wenn alle Bauarbeiten vollendet sieht, könnten sich Cornelia Koch und ihr Ehemann vorstellen, hier Kulturevents, wie beispielsweise Lesungen, zu veranstalten.