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"Haben Sie noch Mumien im Keller?"

Paul Schrader hat schon fast 200 verschiedene alte und neue Postkarten aus Himmelpforten gesammelt

Die Großmutter weckte in Paul Schrader das Interesse für die Heimatgeschichte


sum. Himmelpforten.
Paul Schrader (72) ist ein leidenschaftlicher Sammler von allem, was etwas mit seiner Heimat zu tun hat. Dazu gehören neben zahlreichen Chroniken, Bildern oder Dokumenten aus dem Landkreis Stade fast 200 Postkarten, die allein das Christkind-Dorf Himmelpforten früher und heute zeigen.

Sein großes Interesse für Geschichte hat seine Großmutter in ihm geweckt. Paul Schrader, der im inzwischen abgerissenen „Kutschers Hotel“ in Himmelpforten zur Welt kam und dort seine ersten Lebensjahre verbrachte, ist mit Oma, Onkel und Tanten in den Nachkriegsjahren viel durch Deutschland gereist. „Während die anderen Kaffee trinken gegangen sind, musste ich immer mit meiner Oma die Museen besuchen", berichtet der Rentner. Er muss lachen, als er den jeweils letzten Satz seiner Großmutter an die Museumsführer wiederholt: „Haben Sie auch noch Mumien im Keller?“

Die kommenden Jahre hatten da eher weniger mit Geschichte zu tun. Nach dem Besuch der Schule in Himmelpforten und des Athenaeums in Stade absolvierte Paul Schrader eine Lehre zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse in Himmelpforten. Er heiratete seine Frau Ute (65), bekam zwei Kinder und arbeitete als Betriebswirt bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand bei der Kreissparkasse in Stade.

Während dieser Zeit brannte die Leidenschaft für das alte Wissen eher auf kleiner Flamme, doch mit dem Größerwerden der Kinder entfachte das Feuer neu. So steht der Hobby-Historiker dem Heimat- und Schulmuseumsverein Himmelpforten bereits seit 25 Jahren als Vorstand vor und wirkt seit der Wiedereröffnung des umgestalteten Schulmuseums immer wieder gerne bei der Durchführung historischer Unterrichtsstunden mit.

Vor etwa 20 Jahren begann Paul Schrader dann eher zufällig, alte Postkarten mit Bildern seines Heimatdorfes zu sammeln. Ob von Bekannten, auf Flohmärkten, später im Internet oder auf Auktionen in Hamburg, bis heute ist es dem Rentner gelungen, an fast 200 verschiedene Ansichtskarten von Himmelpforten zu gelangen, die er sorgsam in einem Sammelalbum aufbewahrt. „Mir fehlen vielleicht noch zehn Stück, dann habe ich sie alle“, freut sich Paul Schrader. Er hofft, dass auch die letzten Exemplare irgendwann bei ihm "im Briefkasten" landen. Einige seiner Raritäten haben sogar den Weg in das Buch "Ansichten von Himmelpforten" und in das örtliche Seniorenheim Klosterfeld gefunden, wo sie als Leinwände für schöne Erinnerungen bei den Heimbewohnern sorgen.

Die nächsten Pläne des Hobby-Archäologen liegen noch unter der Erde: Paul Schrader möchte gerne an den Ausgrabungen im Rahmen eines für die kommenden Jahre geplanten Großbauprojekts im Ort teilnehmen. Er ist sich sicher, dort noch mehr Geschichte aus Himmelpforten zu finden.