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Harte Arbeit im Kehdinger Moor

"Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Torf mit der Lorenbahn transportiert," erklären Manfred Müller (li.) und Jürgen Meyer
Wischhafen: Zur Moorkate |

Zwei Fachmänner zeigen den Besuchern die Kunst des Torfstechens

sum. Wischhafen. Im wirklichen Leben arbeitet Manfred Müller im Flugzeugbau und Jürgen Meyer ist Chemikant. Doch wenn die beiden Männer in ihre Manchesterhosen, Kittel und Holzschuhe steigen, verwandeln sie sich in zwei Torfstecher von früher, die Gruppen ab vier Personen von Mai bis Oktober im Kehdinger Moor zeigen, wie damals der Torfabbau funktionierte.

Ein Empfang der Gäste erfolgt beim Gasthof „Zur Moorkate“ oder dem Gasthaus Charly Drewes in Wischhafen-Hamelwördenermoor, wobei jeder, der keine nassen Füße haben möchte, festes Schuhwerk oder Gummistiefel sowie wetterfeste Kleidung tragen sollte.

Bevor es mit dem Planwagen oder zu Fuß ins etwa 1,5 Kilometer entfernte Hochmoor geht, stellen sich die beiden „Torfmeister“ als Jürgen und Manfred vor und erklären: „Bei uns duzt man sich,“ der erste Schritt für einen entspannten und interessanten Besuch im Moor. Bereits auf dem Weg dorthin erklären die beiden Moorspezialisten, auf welchen Wegen der abgebaute und getrocknete Torf damals zu den rund 118 Ziegeleien in Kehdingen oder nach Hamburg gelangt ist.

Schließlich kommen die Gruppen bei einem kleinen Moorhaus an, das früher noch aus Birkenstämmen und Stroh errichtet und von den Torfstechern einfach zum jeweiligen Abbaugebiet mitgenommen wurde. Heute stehen dort Sitzgelegenheiten und diverse zum Torfabbau benötigte Gerätschaften bereit, die von Jürgen und Manfred genau beschrieben und vorgeführt werden. Außerdem zeigen die beiden Fachmänner, wie der Torf gestochen und getrocknet wurde und wie die verschiedenen Torfarten sich unterscheiden. Darüber hinaus können die Gäste auf Wunsch in das eigens hierfür errichtete Moor-Biotop geführt werden, wo man sieht, wie das Moor vor seiner Kultivierung vor etwa 150 Jahren wirklich aussah und welche Vegetation es gab.

Nach der Theorie folgt die Praxis: Alle Gäste dürfen sich als Torfstecher versuchen und können eine schriftliche Prüfung ablegen, um das Kehdinger Moordiplom zu erhalten. „Und wer nicht aufpasst, muss noch mal wieder kommen,“ lacht Jürgen Meyer und hält zur Belohnung einen geheimnisvollen Torftrank aus der Tonflasche bereit.

• Nähere Informationen zum Kehdinger Moordiplom und zu weiteren Gruppenerlebnissen in Kehdingen erhalten Interessierte im Büro der Tourist-Info Kehdingen Wischhafen, Tel. 04770 - 831129 und auf der Internetseite www.tourismus-kehdingen.de.
• Anmeldungen nehmen auch die Torfmeister Jürgen Meyer, Tel. 04770 - 1204 und Manfred Müller, Tel. 04770 -7307 entgegen.
• Nach entsprechender Vereinbarung können die Besucher entweder im Moor oder in einem der naheliegenden Gaststätten Kaffee und frischen „Moorbutterkuchen“ serviert bekommen.