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Hausverbot für süße Hündin Luna

Die Kunden der Post-Filiale in Wischhafen lieben die entspannte Goldendoodle-Dame Luna (Foto: sum)

Nach Umbau der Post-Filiale in Wischhafen: Gemeinde untersagt Hundehaltung


sum. Wischhafen. Luna versteht die Welt nicht mehr. Von klein auf durfte die Goldendoodle-Dame ihr Frauchen zur Arbeit in die Post-Filiale in Wischhafen begleiten. Nicht einen Tag hat sie „geschwänzt“. Die Kunden liebten die süße, haarige "Postbeamtin", brachten schon mal Leckerlis vorbei oder schenkten ihr eine Extra-Streicheleinheit. Jetzt hat Luna Hausverbot! Warum, fragen sich viele Menschen in Kehdingen.

Mit dem Umbau des alten Gebäudes in ein modernes Servicecenter mit Touristik- und Seniorenbüro sowie einem Raum für die Post ist die Anwesenheit der zweieinhalbjährigen "Postamtsmitarbeiterin" nicht mehr erwünscht. So will es der Vermieter, die Gemeinde Wischhafen. Tierhaltung sei im Mietvertrag untersagt. "Am Tag der Einweihung am 1. Juni wurde mir völlig überraschend vom Gemeindedirektor Edgar Goedecke erklärt, ich dürfe Luna nicht mehr mitbringen“, erzählt Birgit Siol bitter enttäuscht.

„Dabei ist Luna eine so liebe Hündin, die niemanden belästigt“, sagt Kundin Petra Wedel aus Wischhafen, die das Tier von Klein auf kennt. Sie war es auch, die kurzerhand eine Unterschriftenaktion für Luna initiierte. „Mehr als 130 Unterschriften innerhalb von zwei Wochen beweisen doch, dass die Kunden Luna wieder haben wollen“, ist sich die engagierte Kundin sicher. Doch noch hat Edgar Goedecke seine Meinung nicht geändert. Leise sagt Petra Wedel: „Wahrscheinlich mag er einfach keine Hunde.“

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage begründet Bürgermeister Bernd Tietje die Entscheidung der Gemeinde Wischhafen: „Von allen Mietern wird eine gemeinsame Teeküche genutzt. Durch die unterschiedlichen Angebote wird ein wechselndes Publikum das Gebäude nutzen. Gerade darin sehen wir einen Interessenkonflikt. Sicherlich gibt es Befürworter, aber es gibt auch Besucher, die zurückhaltend reagieren. Daher war die Regelung bezüglich der Tierhaltung erforderlich.“ Diese Entscheidung ist für Birgit Siol unverständlich: „Bis heute sind mir keine Beschwerde über Luna zu Ohren gekommen“, erklärt sie. Und auch die Deutsche Post AG als Arbeitgeberin und Mieterin der Räume hat keine Probleme damit, dass sich die bei den Kunden beliebte Hündin mit dem krausen Fell in der Filiale aufhält. „Mein Bezirksleiter aus Stade drückt mir sogar fest die Daumen, dass Luna bald wieder mit darf“, sagt die Fililalleiterin und ergänzt, „mit den Mietern des Senioren- und des Touristikbüros würde ich dann natürlich auch klären, wohin Luna darf und wohin nicht.“

Jetzt hoffen Birgit Siol und viele Post-Kunden, dass die Gemeinde Wischhafen doch zu einem Kompromiss bereit ist und die „ganz besondere Postamtsmitarbeiterin“ ihr Frauchen schon bald wieder zur Arbeit begleiten darf.