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Hier wird gemeckert

Georg Ramm und Andrea Blohm züchten schon seit über dreißig Jahren Ziegen und freuen sich jedes Jahr auf den Nachwuchs, der im Sommer auf der Weide hinterm Haus aufwächst

Siebzig Ziegen grasen hinter dem Haus / Urlaub wird nur allein gemacht


sum. Oederquart. Gemütlich sitzen Georg Ramm (69) und Ehefrau Andrea Blohm (59) auf ihrer Terrasse im Grünen und genießen einen Becher frisch gebrühten Kaffee, während Hofhund Basko unter dem Tisch im Schatten schlummert und die freilaufenden Hühner in der Erde nach Würmern scharren.„Diese Auszeit versuchen wir uns jeden Tag zu nehmen“, erklärt Andrea Blohm, die sich zur Zeit von einer Knie-Operation erholen muss.

Doch wo sind denn nur die siebzig Mitbewohner, deren lautstarkes und typisches Gebrüll man eigentlich auf dem Hof erwartet hat? „Die meckern im Sommer auf der Weide herum“, erzählt Georg Ramm, "und kommen erst zur Schlafenszeit freiwillig in den Stall zurück".

Über dreißig Jahre züchtet das Ehepaar aus Oederquart nun schon auf ihrem weit abseits vom Ortskern gelegenen Moorhof Ziegen. „Erst hatten wir nur Schafe“, erklärt der studierte Biologe. Doch nach und nach kamen immer mehr Ziegen hinzu und schließlich wurden die Schafe ganz abgeschafft.

Jedes Frühjahr werden seitdem die Stallungen in dem alten Bauernhaus zur Ziegen-Entbindungsstation. Dieses Jahr haben 16 Muttertiere doppelt so viele Lämmer zur Welt gebracht. Zusammen mit dem ein- und zweijährigen weiblichen Nachwuchs kommt Georg Ramm auf über siebzig Tiere, die es zu versorgen gilt. Spätestens im April wird es daher Zeit, dass die Ziegenherde tagsüber auf die Weide kommt. Und ab dann werden die Muttertiere auch jeden Morgen von Ziegenbäuerin Blohm gemolken. Damit die Zicklein das Euter nachts nicht leer nuckeln, müssen sie allein im „Kinderzimmer“ schlafen, was anfangs immer für nächtliche Unruhe sorgt. Tagsüber auf der Weide haben die kleinen Meckerer die Milchbar dann wieder für sich alleine.

Aus der Ziegenmilch stellt Andrea Blohm in ihrer übersichtlichen Käseküche leckeren Frischkäse her, für den sie, ebenso wie für die verschiedenen Fleischprodukte, einen immer größer werdenden „Fanclub“ hat. Der Meinung vieler, dass Ziege herb schmecken würde, widerspricht die Bio-Bäuerin: "Das Fleisch ist sehr zart und schmeckt ganz mild."

Auf die Frage, ob sie denn auch mal Urlaub machen könnten, blicken sich Georg Ramm und Andera Blohm mit einem kurzen Zwinkern an erklären aus einem Munde: „Ja, aber nur getrennt. Einer muss schließlich bei den Tieren bleiben.“ Doch Unterstützung naht in Form von Sohn Hannes, der die tierische Leidenschaft geerbt hat. Er ist nach seinem Informatikstudium gemeinsam mit Freundin Elena aus der Schweiz auf den heimischen Hof in einen Bauwagen gezogen und will auch in Zukunft für Meckerei auf dem Hof sorgen.