Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hundefreunde gegen Anleinpflicht

Uwe Remstedt möchte nicht, dass Hündin Shari nur noch an der Leine und im Rentnertempo neben ihm herlaufen darf (Foto: sum)

Geplante Landschaftsschutzverordnung stößt in Nordkehdingen bitter auf

sum. Nordkehdingen. Das geplante Landschaftsschutzgebiet „Kehdinger Marsch“ stößt den Nordkehdingern bitter auf. Das war auf der Samtgemeinderats-Sitzung in der vergangenen Woche erneut deutlich zu spüren. Die Samtgemeinde wird dem Landkreis Stade eine umfangreiche Stellungnahme einreichen und den Entwurf in der jetzigen Form ablehnen. Und auch die Hundefreunde aus der Region wenden sich gegen die Naturschutzverordnung.

Wie berichtet, soll ein knapp 7.000 Hektar großes Gebiet in Kehdingen unter Schutz gestellt werden. Das bedeutet nicht nur für die Landwirte, sondern für die gesamte Region einschneidende Veränderungen.

Uwe Remstedt aus Krummendeich outete sich auf der Sitzung als „echter Nordkehdingen-Fan“. Bereits vor 33 Jahren kaufte der früher in Hamburg lebende Einzelhändler das kleine Reetdach-Häuschen am Süderdeich und verbrachte dort mit Ehefrau Marina die Wochenenden und den Urlaub. Seit drei Jahren wohnen sie ganzjährig in Krummendeich. Mit von der Partie ist die zweijährige Mischlings-Hündin Shari, mit der das Ehepaar gerne im Außendeich spazieren geht. „Natürlich muss Shari während der Brut- und Setzzeit an der Leine laufen", erklärt Uwe Remstedt, „doch während der übrigen Zeit will ich meinen Hund nicht dazu verdammen, an der 1,50-Meter-Leine im Rentnergang neben mir hertrotten zu müssen".

Aber genau das befürchtet der 61-Jährige, wenn die Verordnung wie geplant erlassen wird. „Dann dürfen die Hunde in der Stadt bald mehr als hier auf dem Land,“ beklagt auch Ehefrau Marina. Sie hält die in § 4 des Entwurfs aufgestellte generelle Anleinpflicht für eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Die Eheleute Remstedt haben bereits eine Unterschriftenaktion gestartet und werden auf Anraten eines Ratsmitglieds nicht nur der Samtgemeinde, sondern auch dem Landkreis Stade direkt eine Stellungnahme einreichen und für eine ersatzlose Streichung des Verbotes „Hunde unangeleint laufen zu lassen“ plädieren. Uwe Remstedt würde sich freuen, wenn sich noch weitere Hundebesitzer gegen das Verbot aussprechen.

Der Samtgemeinderat ist geteilter Meinung, was Edgar Goedecke unter anderem damit begründet, dass viele Hundebesitzer ihre Tiere einfach so laufen lassen. Doch Christian Otten schlug sich auf die Seite der Vierbeiner: „Getroffen werden mit dem Verbot aber die, die mit dem Hund verantwortungsbewusst umgehen. Der unverantwortliche Hundehalter wird sich auch in Zukunft nicht an gesetzliche Vorschriften halten.“

Stellungnahmen zur geplanten Verordnung können noch bis Freitag, 10. März, 12 Uhr, in den Rathäusern Freiburg und Drochtersen oder beim Landkreis Stade abgegeben werden.