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"Ihr Kind ist nicht in der Schule angekommen"

bc. Freiburg. Welch ein Schock am Morgen! Das Telefon schrillt. Am Apparat ist die Schule: "Ihr Sohn ist nicht im Unterricht angekommen." Vater Ralf Ettinger gefriert vor Angst das Blut in den Adern. Horrorszenarien schwirren dem Mann aus Freiburg durch den Kopf. "Meine Frau hat schon das Schlimmste befürchtet", erzählt er. Wenig später wird aus Entsetzen blanke Wut.

Sein neunjähriger Sohn kommt fröstelnd nach Hause. Eine Stunde stand er mit seinem Klassenkameraden bei Minustemperaturen an der Haltestelle. Der Bus sei einfach vorbeigefahren, obwohl sie an der Straße gewartet hätten, berichtete er seinem Vater. Empört greift Ralf Ettinger zum Hörer und wählt die Nummer der Busgesellschaft "KVG" in Stade: "Ich wollte Klarheit", sagt der Mann.

Die "KVG" zeigt sich auskunftsfreudig: "Man sagte mir, dass der Busfahrer keine Kinder gesehen hätte und daraufhin nicht angehalten sei, weil er zudem eine Verspätung von zwei Minuten aufholen musste", erzählt Ralf Ettinger.

Michael Fastert von der "KVG" erklärt: "Wenn eindeutig zu sehen ist, dass niemand an der Haltestelle wartet, muss der Busfahrer nicht anhalten." In diesem Fall sei der Busfahrer langsam an die Haltestelle gefahren, habe aber nur zwei Schulranzen gesehen und kein Kind. Daraufhin sei er weitergefahren. Vater Ettinger beteuert dagegen: "Mein Sohn und sein Klassenkamerad schwören, an der Straße gestanden zu haben."

Wer hier jetzt die Wahrheit sagt, ist nur schwer zu ergründen. Festzuhalten bleibt: Auf derartige Schockanrufe können Eltern gerne verzichten.

- Nicht zum ersten Mal beschweren sich Busfahrgäste beim WOCHENBLATT. Erst vor wenigen Wochen musste eine Frau wieder aussteigen, weil der Busfahrer einen 20 Euro-Schein nicht wechseln konnte. In Buchholz wurden gleich mehrfach dutzende Schulkinder stehengelassen, weil der Bus überfüllt war.