Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Immer weniger Hausärzte

Mit dem "Haus der Gesundheit" in Wischhafen wurde bereits ein Schritt für den Erhalt der Hausarztpraxen in Nordkehdingen gemacht

Gesetzliche Regelversorgung in Nordkehdingen gewährleistet / Schmitz: "Medizinstudenten unterstützen"


sum. Nordkehdingen. Die Zahl der Hausärzte in Nordkehdingen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Nach Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung Stade (KVN) ist die Regelversorgung in der Region jedoch gewährleistet. Einige Gemeinderatsmitglieder scheinen sich da nicht sicher zu sein. Was ist, wenn die Allgemeinmediziner auf dem Land ins Rentenalter kommen? Wird es Nachfolger geben, die bereit sind, im nördlichsten Landkreisgebiet eine Praxis zu übernehmen oder zu eröffnen?

Diese Fragen versuchte Michael Schmitz, Bereichsleiter der KVN, den leider nur in geringer Zahl erschienenen Gemeinderatsmitgliedern in der vergangenen Woche im Gasthaus „Zur Post“ in Oederquart zu beantworten.

In dem einst mit Hausärzten gut bestückten Freiburg versorgt heute nur noch Hans-Michael Penzler die Kranken. In Wischhafen sorgt sich Rainer Feutlinkse um die Gesundheit der Nordkehdinger. Beide werden von „Teilzeitärzten“ unterstützt. Martina Knyphausen besetzt in Balje eine Zweigstelle der Gemeinschaftspraxis am Bürgerpark aus Neuhaus/Oste. In der Gemeinde Drochtersen gibt es darüber hinaus derzeit sechs praktizierende Hausärzte. Zusammen mit den Angeboten in den angrenzenden Gemeinden und Städten ist nach Angaben von Michael Schmitz daher zur Zeit eine ausreichende Regelversorgung gegeben.

Der Betriebswirt machte aber auch klar, dass es in Zukunft immer schwieriger sein wird, gerade in den kleinen Gemeinden Einzelpraxen „an den Mann zu bringen“. Zwar könnten sich achtzig Prozent der Medizinstudenten vom Land vorstellen, später auch in die Heimat zurückzukehren. Der medizinische Nachwuchs will aber ein geregeltes Einkommen sowie feste Arbeitszeiten und bevorzugt die Arbeit im Team.

Um auch in Zukunft die ärztliche Versorgung in der Region sicherzustellen, müssen die Gemeinden den Nachwuchs locken. „Treten Sie bereits jetzt an die zukünftigen Medizinstudenten aus Ihrer Region heran und unterstützen Sie diese,“ forderte Michael Schmitz die Zuhörer auf. Er plädierte auch dafür, frühzeitig mit den praktizierenden Ärzten zu kooperieren, damit diese gegebenenfalls ihre Praxisräume umgestalten und erweitern, um Nachwuchs aufzunehmen.

Derartige Bemühungen hat es nach Auskunft von Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke in Freiburg schon gegeben, bislang aber noch ohne Erfolg. In Wischhafen hingegen ist durch die Errichtung des "Hauses der Gesundheit" bereits der erste Schritt getan. Weitere Maßnahmen sind aktuell nicht geplant. "Wir werden die Entwicklungen jedoch sehr genau beobachten", erklärte Goedecke.