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In Balje herrscht Sturm statt „Frischer Wind“

Der Flyer "Frischer Wind" sorgt für stürmische Zeiten in Balje (Foto: sum)
Flyer der SPD in Balje sorgt für Diskussion auf Gemeinderatssitzung

sum. Balje. Eigentlich wollten Christian Otten und seine Ratskollegen mit ihrem Flyer für „Frischen Wind“ in der Gemeinde sorgen. Stattdessen wehte ihnen vergangene Woche auf der Gemeinderatssitzung eine steife Brise entgegen. Grund war eine Karikatur, auf der ein güllefahrender Landwirt mit Schweinekopf zu sehen ist.
„Wollt ihr eine ganze Berufsgruppe diffamieren?“, fragte ein Landwirt in Richtung SPD-Fraktion. Er fühlte sich, wie viele weitere anwesende Landwirte, von der Karikatur angegriffen. Christian Otten gab zu, dass er auf den ersten Blick leider nicht gesehen habe, dass der Bauer auf dem Trecker einen Schweinekopf habe. „Aber es geht doch um das, was der Landwirt sagt“, versuchte der Fraktionsvorsitzende die Aufmerksamkeit auf die Sprechblase „Na, hoffentlich haben sie auch ‚ne Tüte dabei“ zu lenken. Dem
WOCHENBLATT erklärte er, dass es um die Einstellung einiger Landwirte geht, dass Hunde im Außendeich nichts zu suchen hätten, da deren Hinterlassenschaften regelmäßig im später zu mähenden Gras liegen blieben, sie gleichzeitig aber Unmengen von Gülle ausbringen würden.
Seine Erklärungsversuche blieben ohne Erfolg. „Daraus muss ich folgern, dass jeder Landwirt, der Gülle fährt, ein Schwein ist“, erklärte Bürgermeister Hermann Bösch aufgebracht. Sönke Bösch vom Landvolk zitierte aus einem Beschwerdebrief eines Anwohners: „Nahezu in jeder Windlage fahren Spritzfahrzeuge und beregnen dabei Menschen, Tiere, Häuser und Grundstücke mit meist giftigen Chemikalien oder mit Gülle“.
Eine weitere Sturmböe wehte durch den Raum, als Lars von Ahn fragte: „Wohne ich in einem Krisengebiet?“ Gemeint war die in dem Flyer ebenfalls angesprochene „katastrophale Verkehrssituation am Elbdeich-West“. Er kritisierte, dass angeblich alle 50 Anwohner der Straße, zu denen auch er gehört, eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer für notwendig erachten. „Bei mir war aber keiner“, erboste sich der Baljer. Lediglich ein Anwohner habe einen entsprechenden Antrag eingereicht. SPD-Mann Otten erläuterte, dass er die Straße an einigen Stellen für sehr unübersichtlich und eng halte: „Ich bin dort selber schon einmal fast mit meinem Rad gestürzt, als mir eine verdammt große Landmaschine entgegenkam.“
Sachlich zuständig für diese Straße ist die Samtgemeinde. Bereits auf der kürzlich abgehaltenen Bauausschusssitzung stellte Edgar Goedecke klar, dass es sich um eine „flotte, saubere und ordentliche Straße handelt“, auf der kaum Verkehrsaufkommen herrsche.