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Inklusion in Kehdingen funktioniert

Leiterin Birgit Frese (re.) und ihre Kollegen vom Astrid-Lindgren Förderzentrum könnten dringend Unterstützung gebrauchen (Foto: sum)

Kollegen des Astrid-Lindgren-Förderzentrums könnten Unterstützung gebrauchen


sum. Freiburg. Wenn Birgit Frese, Leiterin des Astrid-Lindgren-Förderzentrums in Freiburg, auf das vergangene Jahr zurückblickt, ist sie eigentlich zufrieden. Doch sie und ihre sieben Kollegen könnten dringend Unterstützung gebrauchen, um wirklich allen Inklusions-Kindern in Kehdingen gerecht zu werden.

Als im Februar 2015 auch die letzten acht Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen der Inklusion auf die „normalen“ Schulen wechselten, war Schluss mit der Astrid-Lindgren-Schule in Freiburg. Um jedoch die Inklusion ortsnah zu gewährleisten, wurde das Astrid-Lindgren-Förderzentrum als Zweigstelle der Friedrich-Fröbel-Schule in Stade errichtet. „Das war sinnvoll, damit die Wege kurz bleiben und die Eltern Ansprechpartner vor Ort haben,“ erklärt Birgit Frese.

Der ein oder andere Kollege vermisst zwar die eigene Schule, für die Leiterin ist jetzige Arbeitsweise aber eine optimale Lösung. Die Beschulung von Schülern mit einer Beeinträchtigung an einer eigenen Schule und die Inklusion in den übrigen Regelschulen bedeutet nämlich auch eine Doppelbelastung. So müssen die Lehrer an den noch vorhandenen drei Förderschulen im Landkreis Stade nicht nur an der eigenen, sondern eben auch an den Grund- und weiterführenden Schulen unterrichten.

Dennoch hat das Förderzentrum mit Schwierigkeiten zu kämpfen. In Kehdingen gibt es derzeit rund 90 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Daher müssten an sich insgesamt 230 Unterrichtsstunden in den verschiedenen Schulen erteilt werden. „Da wir aber nur acht Kollegen sind, können wir lediglich 150 Stunden erbringen“, berichtet die Leiterin und ergänzt etwas traurig: „das bedeutet eine Unterrichtsversorgumg von gerade mal 66 Prozent.“ Rein rechnerisch fehlen also vier weitere Kollegen, um allen Schülern gerecht zu werden.

Fraglich erscheint auch die Zukunft des Förderzentrums in Freiburg. Wie die Landesschulbehörde auf Anfrage des WOCHENBLATT mitteilte, läuft diese Einrichtung zur Zeit zwar unbefristet, jedoch soll es beim Kultusministerium Planungen zu einer Neuregelung der sonderpädagogischen Förderung geben, von denen Birgit Frese derzeit aber noch nichts gehört hat.

Trotzdem freuen sich die Zentrumsleiterin und ihre Kollegen, dass die Inklusion in Kehdingen funktioniert. Das zeigt auch die Tatsache, dass jedes Jahr in den Abschlussjahrgängen bis zu 50 Prozent der Schüler mit Beeinträchtigungen keinen Förderbedarf mehr brauchen und darüber hinaus auch ihren Abschluss schaffen. Und gerne zitiert Birgt Frese eine Schülerin aus Balje: „Wenn einer was nicht so gut kann wie die anderen, dann soll man den nicht auslachen, sondern man soll den anfeuern.“