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Junge Ärzte nach Kehdingen locken

Nach der Schließung der Praxis von Dr. Ewald Wiegand fehlt in Drochtersen wieder ein Arzt (Foto: sum)

Drochtersen will am landkreisweiten Projekt „Landpartie“ teilnehmen

sum. Drochtersen. Sowohl in der Gemeinde Drochtersen als auch in Nordkehdingen sinkt die Zahl der Hausärzte stetig. Zuletzt schloss im Sommer die Praxis des langjährigen Hausarztes Dr. Ewald Wiegand in Drochtersen. Er fand keinen Nachfolger.

Doch vielleicht kommt jetzt die Rettung in Form des vom Landkreis Stade für 2017 geplanten Projekts „Landpartie“. Ziel ist es, Lehrpraxen zu finden, in denen Medizin-Studenten ihre Praktika absolvieren können. Auf diese Weise soll der Ärztenachwuchs für eine Tätigkeit im ländlichen Raum begeistert werden. Insgesamt gibt es 26 Praxebn im Landkreis, die eine entsprechende Ermächtigung zur Weiterbildung von Studenten haben. Sieben Ärzte haben ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bereits zugesichert.

Während sich der aus Mitgliedern der Ärzte- sowie der Industrie- und Handelskammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, politischen Vertreten und weiteren Organisationen zusammengesetzte Arbeitskreis derzeit um die Projektgestaltung kümmert, soll bei einer Kommune im Landkreis ein sogenannter „Kümmerer“ angesiedelt werden, der als Vermittler zwischen interessierten Medizin-Studenten und Ärzten agieren soll.

Sowohl die Gemeinde Drochtersen als auch die Samtgemeinde Nordkehdingen unterstützen das Projekt. „Wir müssen uns vor Augen führen, dass es in den kommenden Jahren altersbedingt zu weiteren Schließungen von Arztpraxen kommen wird,“ erklärt Bürgermeister Mike Eckhoff aus Drochtersen, „es besteht also dringender Handlungsbedarf.“ Daher hat der Finanzausschuss der Gemeinde Drochtersen in der letzten Sitzung bereits seine Empfehlung an den Verwaltungsausschuss beschlossen, jährliche Haushaltsmittel in Höhe von 3.000 Euro für die Landpartie Stade bereitzustellen. Auch die Samtgemeinde Nordkehdingen wird das Projekt anteilig finanzieren.

Jetzt müssen Drochtersen und Nordkehdingen aber zunächst kräftig die Werbetrommel rühren und die ansässigen Ärzte mit ins Boot holen, damit diese den Medizin-Studenten ein Praktikum in ihren Praxen anbieten. Und wie genau das attraktive Landleben in Kehdingen dem Nachwuchs in Weiß schmackhaft gemacht werden soll, steht auch noch nicht genau fest. Hier wird es weitere Besprechungen zwischen den Kommunen und dem Arbeitskreis „Landpartie“ geben.