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Landwirte zahlen Straßensanierung

Die Landwirte aus Balje übernehmen aus dem Flurbereinigungs-Topf den größten Sanierungsanteil der Straße am südlichen Vorfluter

Acht Kilometer am südlichen Vorfluter in Balje müssen saniert werden

sum. Balje. Dass die landwirtschaftlichen Gerätschaften in den vergangenen Jahren größer und schwerer geworden sind, sieht man auch der Straße am südlichen Vorfluter in Balje deutlich an. Die Randbereiche der rund 30 Jahre alten Straße, die parallel zum Elbdeich-West verläuft, sind deutlich abgesackt und bröselig. Die Steuerzahler werden aber – noch – verschont. Ein Großteil der Kosten stammt aus einem Topf, der nach einem Flurbereinigungsverfahren bei der Gemeinde Balje verblieben ist.

„In den vergangenen Jahren haben wir an dieser Straße nur Kosmetik betrieben. Doch das reicht jetzt nicht mehr aus“, erklärt Bürgermeister Hermann Bösch. Daher beschloss der Gemeinderat, die Vorfluterstraße auf einer Länge von etwa acht Kilometern zu sanieren. Den Anfang macht eine 1,5 Kilometer lange Strecke. Um die Kosten in Grenzen zu halten, wird in diesem Bereich eine maschinelle Vollsplittung ausprobiert. Danach soll die Straße nach Auskunft der Straßenbaufirma mindestens 15 Jahre halten. Die Arbeiten erfolgen noch im Spätsommer. Sieht das Ergebnis nach dem nächsten Winter weiterhin gut aus, wird im kommenden Jahr der nächste Abschnitt auf diese Weise saniert.

Die Kosten für das erste Teilstück belaufen sich auf rund 25.000 Euro. Aus öffentlichen Mitteln werden aber nur 5.000 Euro benötigt. Der Rest stammt von den örtlichen Landwirten. Diese mussten sich finanziell an dem von 1970 bis 1999 vom Land durchgeführten Flurbereinigungsverfahren beteiligen. „Das Land hat seinerzeit Millionen in die Förderung der Wirtschaftlichkeit in dieser Region gepumpt“, erklärt der Bürgermeister und macht kurz seinem Ummut darüber Luft, dass den Landwirten in Nordkehdingen durch die immer weiter ausufernden naturschutzrechtlichen Verordnungen mehr und mehr die Hände gebunden sind und die damals steigende Steuerkraft jetzt wieder sinkt. „Man könnte fast von Steuerverschwendung sprechen", ärgert sich Hermann Bösch.

Auf die Straßensanierung zurückkommend berichtet er, dass am Ende des Flurbereinigungsverfahrens ein Überschuss von rund 82.000 Euro übrig blieb. Die Bauern erklärten sich damals bereit, dieses Geld der Gemeinde als Straßeninhaberin zweckgebunden für die Sanierung der nur schwach ausgebauten Wege im Außendeichbereich zur Verfügung zu stellen. Und die ist jetzt dringend notwendig. Ob der Topf der Landwirte für die komplette sanierungsbedürftige Strecke reicht, ist noch nicht klar. Wenn nicht, muss sich die Gemeinde dringend Gedanken über ein neues Modell der Finanzierung machen.