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Lebensretter: "Das hätte jeder getan"

Für die Rettung von zwei jungen Frauen erhielt Thorsten Höper aus Stade das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber (Foto: sum)

Feuerwehrmann Thorsten Höper bewahrte zwei Frauen vor Ertrinkungstod


sum/bc. Drochtersen/Stade. Was für Thorsten Höper eine "Selbstverständlichkeit" ist, ist für viele andere Menschen eine wahre Heldentat. "Er hat das Leben von zwei jungen Menschen gerettet", lobte Regierungsbrandmeister Uwe Quante am vergangenen Samstag beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Drochtersen-Hüll den Einsatz des 44-jährigen Feuerwehrmannes.

Was war geschehen? Mitte Januar verlor eine 19-jährige Fahranfängerin die Kontrolle über ihr Auto und landete kopfüber im Stader Burggraben. Thorsten Höper hörte den Knall in seiner Wohnung und sprintete in Trainingshose und Pullover sofort zur Unfallstelle. Ohne Zögern sprang er noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr ins Wasser, drehte das auf dem Dach liegende Auto so, dass sich eine Tür öffnen ließ, und befreite Fahrerin und Beifahrerin (18) aus dem eiskalten Burggraben.

Der Lebensretter profitierte bei seinem Spontan-Einsatz von den Kenntnissen einer jahrelangen Feuerwehr-Ausbildung, die mit 13 Jahren in Harsefeld in der Jugendfeuerwehr begann und ihn über Stationen in Bargstedt und Kutenholz vor zwei Jahren aufgrund eines Umzugs zur Freiwilligen Feuerwehr nach Stade brachte. Beim Kreisfeuerwehrverbandstag wurde er nun mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

Die Lorbeeren will der Kranführer nicht alleine einheimsen. "Meine Freundin Christin Wilkens hat einen sehr großen Verdienst an der Ehrung." Sie sei es gewesen, die den Unfall als Erste entdeckte. "Ich habe zwar ein Reifenquietschen gehört, aber beim Blick aus dem Fenster zunächst nichts sehen können", erzählt Thorsten Höper. Seine Freundin habe auch den Notruf abgesetzt.

Der Lebensretter gibt sich bescheiden: "Das hätte doch jeder getan." Genau das bezweifelt jedoch Landrat Michael Roesberg. Er stellte vor 300 Leuten bei dem Feuerwehr-Treffen fest, dass immer weniger Menschen bereit seien, in Notfällen zu helfen: "Viele Bürger sind teilnahmslos, wenn sie zu Unfallorten kommen."