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Mit Margarine-Figuren fing alles an

Zu den liebsten Krippen von Annemarie und Wolfgang Gölzer gehört die Lilian-Krippe, die ihre Enkeltochter im Alter von 3,5 Jahren aus Ton bastelte (Foto: sum)

Wolfgang und Annemarie Gölzer besitzen mehr als 1.000 Krippen aus aller Welt / Krippe ihrer Enkeltochter ist das Lieblingsstück

sum. Oberndorf. Wenn jemand genau weiß, wie der Stall aussah, in dem das kleine Jesuskind zur Welt kam, dann sind es Annemarie und Wolfgang Gölzer. Ihre Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 1.000 Krippen aus der ganzen Welt. Rund 50 dieser Exponate zeigt das Ehepaar zur Zeit in der Heimatstube in Drochtersen-Assel.

Schon als kleiner Junge begeisterte sich Wolfgang Gölzer für Krippen. „Mit Margarine-Sammelfiguren fing alles an,“ berichtet der gelernte Kfz-Mechaniker und erinnert sich, „ich habe mich immer mit meinem Bruder gestritten, weil er lieber die Indianer haben wollte.“

Auch Ehefrau Annemarie (65) zog er in seinen Bann, obwohl diese ursprünglich lieber Elefanten sammelte. Jedoch fanden die Figuren in der 5-Zimmer-Wohnung in Wuppertal nur Platz in Kartons. „Unsere Kinder protestierten immer, wenn wir wieder eine Kiste in ihrem Zimmer deponieren wollten“, berichtet die Lehrerin an der Oberschule Freiburg schmunzelnd. Das wurde erst besser, als sie vor 30 Jahren gemeinsam mit drei Pflegekindern auf einen alten Resthof in Oberndorf an der Oste zogen. Und der Platz wird dringend gebraucht, denn der Krippen-Nachschub reißt nicht ab. Dafür sorgen auch Freunde und Familie, die immer genau wissen, was sie Wolfgang Gölzer zu Weihnachten schenken können.

So stammt eine Jesus-Gruppe aus Ananasstroh von den Philippinen. Die „Gruliche Kastenkrippe“ aus Böhmen ist schon weit über 100 Jahre alt und die Jim Shore Krippe aus den USA flog über den großen Ozean. Das Lieblingsstück beider Sammler ist aber die Lilian-Krippe. „Die hat unsere Enkeltochter mit dreieinhalb Jahren aus Ton gebastelt“, schwärmt der fünffache Opa. Heute ist die Künstlerin schon 16 Jahre alt, doch ihre Krippe hat auf keiner der bislang 41 Ausstellungen gefehlt.

Und was für die Briefmarkensammler die „blaue Mauritius“ ist, ist für Krippenliebhaber die Mendivil-Krippe. Natürlich dürfen die bunt bemalten Figuren des peruanischen Künstlers Hilario Mendivil mit dem markanten Lama-Hals auch bei den Gölzers nicht fehlen. „Und wissen sie, warum der Hals so lang ist?“ fragt der Krippenfachmann und antwortet verschmitzt: „weil sie vor stolz auf den Nachwuchs ein Stück gewachsen sind.“

Zur Zeit arbeiten Wolfgang und Annemarie Gölzer an der Gestaltung ihrer Homepage www.krippen-sammlung.de, auf der sie möglichst viele ihrer Sammlerstücke zeigen wollen.

In der Heimatstube Assel können die Krippen noch bis Freitag, 7. Januar 2017, besichtigt werden.
www.museum-heimatstube-assel.de