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„Nehmen Sie die Jugendarbeit ernst“

Kherim Fatnassi berichtete über seine Arbeit als Jugendpfleger i Nordkehdingen Foto: sum

Jugendpfleger Kherim Fatnassi berichtet über seine Arbeit in Nordkehdingen



sum. Wischhafen.
„Ich habe den Eindruck, dass immer noch ein verkehrtes Bild von Jugendarbeit besteht,“ erklärte Kherim Fatnassi kürzlich auf der Sitzung des Samtgemeinderates Nordkehdingen, als er über seine Arbeit als Jugendpfleger in Nordkehdingen berichtete.

Seit 2013 betreibt "Balu", wie Kherim Fatnassi von den Kids genannt wird, das Jugendzentrum gegenüber der Grund- und Oberschule in Freiburg. Dort gibt es für die Schüler die Möglichkeit, sich nach der Schulzeit aufzuhalten, was zu essen und ihre Hausaufgaben zu machen. „Seit zwei Jahren wird das Angebot so stark frequentiert, dass wir langsam an die Grenzen der Kapazität stoßen“, sagt der Jugendpfleger und erzählt, dass er regelmäßig mit 20 Kindern gemeinsam zu Mittag isst, „dann ist das Jugendzentrum voll.“
Parallel zu einer reinen Mädchengruppe bietet er mittlerweile auch eine Gruppe nur für Jungs an, die gut angenommen wird. Unterstützung bekommt Fatnassi von einer ehemaligen Praktikantin, die jetzt im Rahmen eines Minijobs im Zentrum arbeitet, sowie einer FSJlerin an der Schule. Denn neben der täglichen Betreuung laufen auch verschiedene Aktionen, wie der Jumphouse-Besuch in Hamburg, Schlittschuhlaufen sowie Schwimmen oder die jährliche Teilnahme am Karl-May-Zeltlager. „Dabei richten wir uns nach den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen,“ erklärt „Balu“, der regelmäßig an regionialen und überregionalen Hauptamtlichentreffen teilnimmt.

Auch der vor einigen Jahren in Krummendeich errichtete Jugendraum wird gut angenommen. Dort beginnt gerade der gemeinsame Bau an einem Lehmofen. Die Rückfrage des Ratsmitglieds Jürgen Ehlers, ob die Jugendlichen in Wischhafen den Wunsch nach einem eigenen Raum geäußert hätten, verneinte Kherim Fatnassi zwar, erläuterte jedoch, dass in jeder Gemeinde ein eigener Jugendraum wünschenswert wäre, das aber personell gar nicht machbar sei.

Der Jugendpfleger erläuterte noch einmal seinen Auftrag nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz: „Es kommt mir jedoch vor, als wenn Jugendpfleger nur geduldet werden und froh sein sollen, dass sie das machen dürfen.“ Balu erklärte, dass ein junger Mensch sich irgendwann von dem Elternhaus löst und neue Vorbilder sucht. Er als Jugendpfleger versteht sich aber nicht als „guter Onkel“, der was Schönes mit den Kindern macht. "Ich muss ihnen auch mal etwas entgegensetzen. Denn die Jugendlichen wissen genau, was sie nicht wollen. Aber was sie wollen, wissen sie noch nicht.“ Ihnen auf diesem Weg zu helfen, ist eine seiner Aufgaben. Daher appellierte Kherim Fatnassi eindringlich an die Ratsmitglieder: „Nehmen Sie die Jugendarbeit bitte ernst und stehen Sie dahinter.“