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Planänderungen für Forschungswindpark in Krummendeich

Der Blick auf den Windpark Oederquart kann bald durch die Sicht auf den Forschungswindpark Krummendeich ergänzt werden

Kollisionsrisiko für Fledermäuse / Einwendungen möglich


sum. Krummendeich. Die offizielle Planungsphase zur Errichtung eines prestigeträchtigen Forschungswindparks in Krummendeich begann vor über einem Jahr mit einer Einwohnerversammlung. Jetzt sind die Bürger wieder gefragt: Noch bis Freitag, 14. Oktober, liegt der Entwurf zur erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplans einschließlich zahlreicher Gutachten und Berichte im Rathaus der Samtgemeinde Nordkehdingen öffentlich aus.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, will das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der südöstlichen Grenze von Krummendeich eine deutschlandweit einzigartige Testanlage für Windenergie errichten. Neben zwei Windrädern mit einer Gesamthöhe von maximal 180 Metern wird auch eine 75 Meter hohe Experimentalturbine für die Erprobung alternativer Rotorformen mit beispielsweise nur zwei Blättern errichtet. Hinzu kommen vier bis fünf meteorologische Messlatten mit einer Höhe von ebenfalls 180 Metern, ein Forschungsgebäude und eine Halle für die Montagearbeiten.

Erschlossen wird das rund 127 Hektar große Gebiet zwischen Krummendeich und Oederquart über die Hofzufahrt bei Kamp 30 und über Zehntweg/Neue Chaussee. Da es keine vollwertigen Alternativen gibt, wird der teils bis zu 165 Tonnen schwere Lkw-Verkehr während der Bauphase von der Bundesstraße 73 unter anderem durch Hörne, Kukenbüttel, Süderdeich, Baljerdorf und Wechtern geleitet.

Während die Anwohner kaum Lärm und Schattenwurf zu erwarten haben, muss die Feldlerche mit Störungen rechnen. Dem Umweltbericht des von der DLR beauftragten Ingenieurbüros Sweco aus Köln ist zu entnehmen, dass während des achtmonatigen Untersuchungszeitraums zwei Paare der gefährdeten Vogelart ihre Brutstätte im Testgebiet errichteten. Als Ersatz soll ihnen ein „Lerchenfenster“, also eine im Außenbereich extra angelegte Fläche angeboten werden.

Gefährlicher wird es für die Fledermäuse. Inbesondere für den großen Abendsegler und die Rauhautfledermaus besteht ein potentielles Kollisionsrisiko mit den riesigen Windrädern. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, soll zu Zeiten des Fledermauszuges bei entsprechender Witterung eine Abschaltung der Anlagen erfolgen.

Bevor nunmehr das vorhandene, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebiet als „Sondergebiet Forschungswindpark“ ausgewiesen werden kann, haben die Bürger aus Nordkehdingen noch bis Freitag, 14. Oktober, Gelegenheit, Einwendungen gegen das Projekt zu erheben.

Die Unterlagen können montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr im Rathaus der Samtgemeinde Nordkehdingen, Hauptstraße 31, Zimmer 16, eingesehen werden.