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Rathshof mit neuem Dach

Susanne Ottersbach-Flimm freut sich über das neue Dach über dem Kopf Fotos: sum

Reetdachsanierung war für Eheleute Flimm wie ein Filmprojekt

sum. Hamelwörden. Jetzt sind es nur noch wenige Handgriffe, bis das neue Reetdach auf dem historischen Rathshof in Hamelwörden fertiggestellt ist. Während Torsten Hinrich und Christoph Tamke noch das Dach „putzen“, das Reet also zu einer gleichmäßigen Fläche klopfen, räumen zwei Kollegen bereits auf. „Es fehlen nur noch der Heidefirst und ein paar Schönheitsarbeiten“, erklärt Reetdachdecker Christoph Tamke. Mit knapp 1.000 Quadratmeter Dachfläche und 15 Gauben war dieses Projekt für die Reetdachdecker eine besondere Herausforderung.

Eigentümerin Susanne Ottersbach-Flimm freut sich, dass das Dach nach zwei Monaten Arbeit in einem neuen „Look“ erstrahlt: „Heiko Ehlert und sein Reetdachdecker-Team haben tolle Arbeit geleistet.

Als die Filmproduzentin und ihre Ehemann Jürgen Flimm, Intendant an der Berliner Staatsoper, sich vor 25 Jahren in den 1760 erbauten Rathshof mit seinem fünf Hektar großen Grundstück verliebten, ahnten sie nicht, wie viel Arbeit auf sie zukommt. "Wasser, Strom und Telefon gab es nicht“, erinnert sich Susanne Ottersbach-Flimm, „an den Wänden waren Blechplatten angeschraubt, die Räume waren verbaut und das Dach durchlöchert.“ Schon damals gelang es ihnen, mit Hilfe des Denkmalschutzes und geschickten Handwerkern, das Haus von Grund auf zu sanieren. 1995 zog das Ehepaar ein und verbringt hier seitdem etwa die Hälfte des Jahres. „Die übrige Zeit wohnen wir Berlin“, erzählt die Filmproduzentin, die allein für das Mähen der vier Hektar großen Rasenfläche rund acht Stunden benötigt. „Aber es ist genau das, was wir gesucht haben“, erklärt die leidenschaftliche Gärtnerin.

Doch nach 20 Jahren bereitete das Reetdach dem Ehepaar jetzt wieder große Sorgen. „Die gesamte Fläche war in einem schrecklichen Zustand“, erzählt Susanne Ottersbach-Flimm, „überall wuchsen kleine Bäume und Moos.“ Die Kosten für eine komplette Neueindeckung: 150.000 Euro. „Das hätten wir alleine nicht geschafft“, erklärt die Filmproduzentin. Unterstützung fand das Ehepaar bei Dr. Klaus Püttmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der ihnen mit vielen Tipps zur Seite stand. So konnte das Projekt schließlich mit Mitteln aus der Denkmalschutzstiftung, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Ritterschaft Stade sowie durch das Amt für Regionale Landesentwicklung teilfinanziert werden. „Jetzt brauchen wir uns um das Dach über dem Kopf keine Sorgen mehr machen“, erklärt Susanne Ottersbach-Flimm.