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Schäfer lädt zum Wolfsmahnfeuer auf dem Deich

Schäfer Kevin Höft lädt zum ersten Wolfsmahnfeuer im Landkreis Stade ein Foto: sum

Nutztierhalter Kevin Höft sucht den Austausch mit Politik und Landwirten / Wolfsbefürworter sind am Freitag willkommen

sum. Freiburg. Die Nutztierrisse, bei denen zuletzt in Cuxhaven-Altenbruch fünf Tiere des Schäfers Kay Krogmann starben, bereiten auch Kevin Höft große Sorgen. Der Schäfer aus Balje fühlt sich von der Politik im Stich gelassen: „Alle versprechen immer nur, aber es kommt nichts.“ Jetzt geht er selbst in die Offensive. Am Freitag, 8. September, lädt Kevin Höft zu einem Wolfsmahnfeuer ein.

Seine Sorgen sind berechtigt. Kürzlich gab die Landesjägerschaft bekannt, dass es seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2008 bis August 2017 in Niedersachsen 500 offizielle Meldungen über einen Nutztierriss gab, von denen bislang fast die Hälfte eindeutig dem Wolf zuzuordnen waren. 122 Nutztiere wurden im Landkreis Cuxhaven gerissen, davon mindestens 40 Tiere allein in den vergangenen acht Monaten. Und die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen. „Es gibt eine große Anzahl von Rissen in der Viehwirtschaft, die von den Landwirten leider nicht gemeldet werden“, erklärt Gerhard Klotz, Vorsitzender der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven. Viele Landwirte befürchten, kein Geld zu bekommen, da sie keinen genormten Wolfsschutzzaun haben oder wegen einer vermeintlichen Verletzung ihrer Fürsorgepflicht auch noch mit Abzügen oder Bußgeldern bestraft zu werden, so Klotz.

Im Landkreis Stade gab es bislang drei Übergriffe, die alle in Nordkehdingen erfolgten. Der Wolf konnte jedoch nur im Fall der 13 gerissenen Tiere des Schäfers Sören Stehr aus Oederquart identifiziert werden (das WOCHENBLATT berichtete). „Die regelmäßigen, aber unbestätigten Berichte über Sichtungen im Bereich Harsefeld und Himmelpforten lassen auf eine höhere Wolfspopulation schließen, als offiziell anerkannt“, erklärt Dr. Martin Wenzel von der Jägerschaft Stade.

„Auch ich habe den Wolf schon mit eigenen Augen im Außendeich in Balje gesehen und gefilmt“, berichtet Kevin Höft, der gemeinsam mit Ehefrau Kristina für rund 1.600 Schafe auf den Deichen in Nordkehdingen zuständig ist. Wie berichtet, wurde der Wolf tatsächlich im Mai in Kehdingen gesichtet und gefilmt. Für den Schäfer aus Balje ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Wolf auch hier wieder zugreift. „Wir sind immer noch da und brauchen immer noch Hilfe“, richtet er seinen Appell daher in Richtung Politik. Kevin Höft hofft daher, dass auch die von ihm eingeladenen Politiker ihren Platz am Wolfsmahnfeuer finden werden, um gemeinsam mit ihm, den Landwirts-Kollegen, Jägern und Bürgern über die Sorgen zu sprechen. "Auch Wolfsbefürworter sind herzlich eingeladen. Wir sind schließlich nicht generell gegen den Wolf“, macht der Schäfer klar, „aber wir brauchen klare Regelungen für ein sicheres Zusammenleben mit ihm.“ Er freut sich, dass die Aktion vom Landvolk, dem Deichverband, der Landjugend und der Feuerwehr unterstützt wird.

Das erste Wolfsmahnfeuer im Landkreis Stade findet um 19.30 Uhr am Schafstall im Freiburg am Elbdeich statt. Der Weg ist ab Krummendeich und der Tankstelle Kober in Freiburg ausgeschildert.