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Sorge um Wachen in Kehdingen

Rettungswachenleiter Thorsten Minck (v.li.), Sanitäter Tim Ewers und Nico Schäfer sowie DRK-Geschäftsführer Klaus-Dietmar Otto und Rettungsdienstleiter Martin Lobin hoffen, dass beide Wachen in Kehdingen bestehen bleiben

Kreis prüft alle Standorte / Drochtesren: Rotkreuz-Retter suchen neue Bleibe


sum. Kehdingen. Geht auf der Leitstelle ein Notruf ein, soll der Rettungswagen in 95 Prozent aller Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Um das zu gewährleisten, gibt es im Landkreis sieben Standorte, an denen Rettungswagen stationiert sind. Diese werden jedoch zur Zeit vom Landkreis überprüft und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bangt um seine Wachen in Drochtersen und Freiburg.

In Kehdingen sind die Rettungssanitäter an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden täglich in Bereitschaft. „Im vergangenen Jahr rückten die Rettungswagen aus Drochtersen und Freiburg 3.800 mal aus“, erzählt DRK-Geschäftsführer Klaus-Dietmar Otto. Er ist der Überzeugung, dass ein schnelles Eintreffen des Krankenwagens in der langgezogenen Region auch in Zukunft nur gewährleistet ist, wenn sowohl in Freiburg als auch in Drochtersen die Rettungswache bestehen bleibt.

Doch an welchem Ort müssen Rettungswagen stehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Landkreis zuletzt vor 20 Jahren. „Seitdem haben sich jedoch einige Veränderungen ergeben“, erläutert Kreis-Dezernentin Nicole Streitz auf WOCHENBLATT-Rückfrage und weist unter anderem auf die fertiggestellte Autobahn A26 zwischen Stade und Jork oder die Errichtung von Alten- und Pflegeheimen hin, die eine Verschiebung der Einsätze mit sich bringt. Daher hält der Landkreis eine neue Überprüfung der einzelnen Standorte für zwingend erforderlich und involvierte hierzu auch die gesetzlichen Krankenkassen, die schließlich die Kosten für einen Einsatz zu tragen haben.

Die vom DRK-Kreisverband bereits jetzt gewünschte Berücksichtigung des Elbtunnels und der A 20 im Bereich des Standortes Drochtersen kommt nach Aussage der Dezernentin nicht in Betracht. „Das ist wohl erst bei der nächsten Prüfung möglich“, erklärt Nicole Streitz, entkräftet aber gleichzeitig die Befürchtungen in Kehdingen, „grundsätzlich liegen Drochtersen und Freiburg derzeit gar nicht im Fokus der Begutachtung, auch wenn die Ermittlungen insoweit ergebnisoffen erfolgen.“

Für den Standort in Drochtersen wird es dennoch Änderungen geben. Das DRK als Vermieter der derzeitigen Wache kündigte nämlich den Mietvertrag wegen Eigenbedarfs, da das nebenan liegende Seniorenheim erweitert werden soll. Ob und wie sich diese Kündigung dann vielleicht doch auf den Standort in Drochtersen auswirkt, ist zur Zeit noch unklar. Das DRK will vor der Suche nach einer neuen Bleibe auf jeden Fall das Ergebnis der Standortprüfung des Landkreises abwarten.