Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Spaziergang auf einem Denkmal

"Der Zehntweg in Krummendeich gehört unter Denkmalschutz", ist sich Joachim Mardt sicher Fotos: sum

Schützenswert: Zehntweg in Krummendeich stammt aus dem Mittelalter

sum. Krummendeich. Nur ein blauer Briefkasten lässt vermuten, dass es sich bei dem frisch gemähten „Zehntweg“ westlich der Neuen Chaussee in Krummendeich tatsächlich um eine Zuwegung zu einigen wenigen Häusern handelt. Noch weniger lässt sich erahnen, dass dieser Weg wohl schon rund 1.000 Jahre alt ist. Die Geschichtsfreunde Joachim Mardt und Christian Volquardts wünschen sich daher, dass dieser Weg jetzt unter Denkmalschutz gestellt wird.

„Im vergangenen Jahr sprachen Christian Volquardts und ich erstmals über den Zehntweg“, erinnert sich Joachim Mardt. Ihm gehört zusammen mit Ehefrau Cornelia Koch das denkmalgeschützte Gut Oerichsheil in Oederquart. Auch Christian Volquardts ist als Eigentümer des historischen Gutes Eggerkamp in Krummendeich schon fast ein Fachmann in Sachen Denkmalschutz. „Der Zehntweg stellte früher die einzige Verbindung zu meinem Gut dar“, berichtet er. Bei den Recherchen stellten die Kenner schließlich fest, dass der Zehntweg tatsächlich schon mehrere Jahrhunderte existiert.

Während der östlich der Kreisstraße 9 „Neue Chaussee“ gelegene Teil mit einer Teerdecke überzogen ist, besteht der westliche Zehntweg in Teilen noch in seiner ursprünglichen historischen Form. Das bestätigte auch Kreisärchaologe Daniel Nösler, der dem WOCHENBLATT auf Rückfrage erläuterte, dass der Weg zwischenzeitlich als archäologische Fundstelle erfasst wurde, so dass Erdeingriffe im Bereich dieses Weges genehmigungspflichtig wären. Das könnte Folgen auch für den in Krummendeich geplanten Forschungswindpark haben, der an dem östlichen Zehntweg liegt und möglicherweise auch über den bereits befestigten Zehntweg erschlossen werden soll. Bürgermeisterin Christiane von der Decken gibt sich in soweit zuversichtlich: „Die bisherigen Betrachtungen haben gezeigt, dass der geplante Forschungswindpark grundsätzlich mit den denkmalschutzrechtlichen Belangen vereinbar ist.“

Aber Joachim Mardt und Christian Volquardts wollen noch mehr. Ihrer Auffassung nach handelt es sich bei dem Zehntweg nicht nur um ein Boden-, sondern um ein Baudenkmal mit der Folge, dass zumindest der westliche Teil in Zukunft in seiner historischen, feldwegähnlichen Weise zu erhalten und zu pflegen ist. Doch Dr. Klaus Püttmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege teilte kurz und bündig mit, dass es dafür an „konkreter, gestalteter Substanz“ fehle. Eine genauere Begründung, warum der Weg die denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, erhielten die beiden Gutsbesitzer trotz entsprechender Anfrage bislang noch nicht. „Es wird so Vieles unter Denkmalschutz gestellt. Warum nicht auch einer der letzten historischen Wege, die es in der Region noch gibt?“, fragen sich Christian, Volquardts und Joachim Mardt.