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Steigende Unfallzahlen bei Feuerwehreinsätzen

Die Feuerwehrkameraden Frank Schütt aus Hüll (v.li.) Helmut Höft aus Helmste, Hans-Dieter Braack aus Himmelpforten, Jörg Schulz aus Kutenholz, Ewald Reitmann aus Oldendorf, Andreas Hölting aus Hollern-Twielenfleth, Stefan Müller aus Gräpel und Klaus-Daniel Ney aus Stade erhielten für ihre langjährige Vorstandsarbeit in den Ortswehren die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Stade (Foto: sum)

Sind Motorsägen auf Einsatzfahrzeuge bald tabu? / Große Freude über Kinderfeuerwehren


sum. Drochtersen-Hüll. Das vergangene Jahr war ein unfallträchtiges Jahr bei den Feuerwehren im Landkreis Stade. Sank die Zahl der bei der Feuerwehr-Unfallkasse zu meldenden Ereignisse in der Vergangenheit noch stetig, schoss sie 2015 um enorme 58 Prozent in die Höhe. Zum Vergleich: Landesweit ist eine Steigerung von nicht mal einen Prozent zu verzeichnen.

Auf dem Kreisfeuerwehrverbandstag am vergangenen Samstag berichtete der erste Vorsitzende Peter Winter den rund 300 anwesenden Feuerwehrkameraden, dass insbesondere bei den Brandbekämpfungs- und Wettkampfeinsätzen auffällig viele „Arbeitsunfälle“ passierten. Als Beispiele nannte er die Verletzung durch eine Gasflaschenexplosion, einen Verkehrsunfall und eine Rauchgasvergiftung. „Ich hoffe, dass das vergangene Jahr ein absoluter Ausrutscher war und wir in 2016 wieder auf unser sonst niedriges Niveau zurückkommen“, appellierte Peter Winter in seinem Jahresbericht.

Mit Begeisterung lobten sowohl der erste Vorsitzende als auch die Gastredner die vier gegründeten Kinderfeuerwehren im Landkreis. Insgesamt 77 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren werden in den Ortswehren Apensen, Neuenkirchen, Stade und Hollern-Twielenfleth altersgerecht an das Thema Brandschutz herangeführt. Auch wenn mit insgesamt 4.710 Männer, Frauen und Kindern die Mitgliederzahlen bei den Wehren noch konstant sind, ist diese Nachwuchsarbeit in Zeiten des demografischen Wandels unbedingt erforderlich, um auch in Zukunft die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren zu gewährleisten. Sonst könnte es irgendwann so weit kommen, wie in Friedrichstadt (Schleswig-Holstein). Landtagsabgeordneter Kai Seefried berichtete, dass die Stadt dort eine Pflicht-Feuerwehr aufstellen und 50 Bürger „zwangsrekrutieren“ musste.

„Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Feuerwehren arbeitsfähig sind“, richtete der nicht mehr aktive Feuerwehrmann in Richtung Politik und spielte noch einmal das bereits von Peter Winter angesprochene Thema Motorsägen-Ausbildung an. Nach einer 2014 in Kraft getretenen Verordnung ist die Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge feuerwehr-intern nicht mehr möglich. Im Gespräch ist wohl auch, sogar das Mitführen von Motorsägen auf den Einsatzfahrzeugen in Zukunft zu unterbinden. Spätestens dann wären die Freiwilligen dazu „verdammt“, lediglich rot-weißes Flatterband um abgebrochene Bäume zu spannen und die Einsatzstellen bis zum Eintreffen der Straßenmeisterei abzusichern.

Für ihre ehrenamtliche Vorstandsarbeit in den Ortswehren und im Kreisfeuerwehrverband erhielten insgesamt acht Kameraden die Ehrennadel in Gold und Silber. Andreas Hölting aus Hollern-Twielenfleth wurde für seine langjährige Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied ernannt. Kreisverbands-Schriftführer Ralf Gronau erhielt die für ihn überraschende Beförderung zum Hauptlöschmeister.