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Tempo 30 in Freiburg abgelehnt

Die Anzeige in Freiburg zeigt nach Auffassung der Anwohner häufig mehr als Tempo 50 an (Foto: sum)

Straßenverkehrsamt sieht keinen Bedarf


sum. Freiburg. Trotz des einstimmigen Beschlusses des Flecken-Rates wird es keine Tempo-30-Zone auf der Allwördener Straße im Bereich der Grund- und Oberschule in Freiburg geben. Das Straßemverkehrsamt sieht hierfür nach einer kürzlich durchgeführten Verkehrsschau keinen Bedarf.

Wie berichtet, stellte die Schulleitung im August nach mehreren Gesprächen mit Eltern und Anwohnern einen Antrag auf Reduzierung der Geschwindigkeit im Bereich der Schule. Begründet wurde dieser mit der stetigen Zunahme des Schwerlastverkehrs und der regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitung trotz Tempo-Anzeige. Da auch die Anwohner ihre liebe Mühe mit dem Verkehr und dem damit verbundenen Lärm haben, sammelten Claus List und Peter Loudovici Unterschriften für ihr Anliegen.

Den Rat des Fleckens hatten die Antragsteller einstimmig auf ihrer Seite, doch Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke beäugte die Sache von Anfang an kritisch. Zu Recht, wie numehr das Straßenverkehrsamt nach einer Verkehrsschau feststellte. Da die Straßenführung übersichtlich ist, es an dieser Stelle kein auffälliges Unfallaufkommen gibt, beidseitig Fußgängerwege und sogar eine Fußgängerampel vorhanden sind und das Verkehrsaufkommen mit 3.000 Fahrzeugen pro Tag als gering anzunehmen ist, liegt keine Gefährdungslage vor. „Die Zählung stammt aus dem Jahr 2010,“ bemängelt Claus List. Nach Auffassung der Anwohner ist diese Zahl in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

"Sollte die Gemeinde jedoch einen Antrag auf die Errichtung einer Mittelinsel zur Temporeduzierung stellen, würde der Landkreis nicht grundsätzlich Nein sagen", erklärt Pressesprecher Christian Schmidt dem WOCHENBLATT auf Rückfrage. Außerdem könnten im Bereich der Schule gelegentlich Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. „Das reicht aber nicht“, erklärt Claus List.

Die Hoffnung der Befürworter der Geschwindigkeitsreduzierung liegt jetzt beim Bundesrat, der einem Gesetz zustimmen muss, nach dem vor Schulen generell eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden darf, unabhängig vom Nachweis einer Gefährdungslage.