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Toter Seeadler von Balje ist ein Männchen

Bei dem getöteten Seeadler handelt es sich um ein männliches Tier (Foto: Joachim Neumann / NABU)

Bürgermeister beteiligen sich nicht an Spekulationen / Detlef Horeis: "Ein heikles Thema."

tp. Balje-Hörne. Der Sektionsbericht des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin zum toten Seeadler in Balje-Hörne (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) bringt neue Erkenntnisse. Bei dem offenbar durch eine Jagdwaffe getöteten seltenen Raubvogel, dessen Kadaver Naturschützer kürzlich in einem Horst in Balje-Hörne fanden, handelt es sich um ein Männchen.

Zunächst wurde aufgrund des Gewichts und der Größe des Tieres von einem weiblichen Tier ausgegangen. Laut Peter Görke, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz Niedersachsen, ist es jedoch ein ungewöhnlich kräftiger Seeadler, der in an der Oste in Balje-Hörne sehr gute Lebensbedingungen vorgefunden hat und sechs Kilo auf die Waage brachte.

Weiterhin wurden am Korpus des toten Seeadlers Schmauchspuren sichergestellt. Das Projektil konnte jedoch bislang nicht gefunden werden. Das Seeadlermännchen nutzte diesen Horst schon seit Jahren gemeinsam mit seiner Partnerin. Dieser Horst wurde, neben dem Haupthorst auf der anderen Oste-Seite bei Geversdorf im Landkreis Cuxhaven, als Ausweichhorst genutzt.

Nach der Adler-Tötung waren sowohl Jäger als auch Interessenten an einem umstrittenen Windpark-Projekt im Grenzgebiet der Landkreise Stade und Cuxhaven unter Verdacht geraten. Brütende Adler gelten als Planungshindernis für Generatoren. An Spekulationen wollen sich weder der Oberndorfer Bürgermeister Detlef Horeis noch sein Geversdorfer Amtskollege Walter Peterson beteiligen: Horeis: „Ein heikles Thema.“

Das Komitee gegen den Vogelmord, die Naturschutzorganisationen NABU, WWF sowie private Spender haben eine Zeugenbelohnung in Höhe von 12.300 Euro ausgesetzt. Die Landesjägerschaft Niedersachsen stockte den Betrag um weitere 2.000 Euro auf. Ebenfalls 2.000 Euro steuert die Gemeinde Balje bei, deren Bürgermeister Hermann Bösch „entsetzt“ über die Ereignisse ist.

• Hinweise: Tel. 0160 - 5813445 (Komitee gegen den Vogelmord).