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Viele Eicheln - viel Schnee?

WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Silke Umland geht alter Bauernregel auf den Grund


Wenn die Bauernweisheit „Viele Eicheln im September – viel Schnee im Dezember“ zutrifft, können wir im kommenden Winter endlich die eingestaubten Schlitten vom Dachboden holen. Denn unter unserer alten Eiche liegen in diesem Herbst so viele Eicheln, dass mein Sohn Moritz (5) und ich, WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Silke Umland, mit dem Fegen gar nicht nachkommen und dabei auch noch aufpassen müssen, dass uns keins dieser kleinen Geschosse auf den Kopf knallt.

Doch jetzt will ich es genau wissen. Stimmt die Bauernregel und kann ich mir einen neuen Schneeschieber und Streusalz kaufen? Meine alte Eiche würde mir bestimmt sagen: „Stell Dich schon mal aufs Schneeschnippen ein.“ Aber sie kann nun mal nicht reden. Also frage ich beim Deutschen Wetterdienst in Hamburg nach, ob meine Eiche eine gute Wettervorhersagerin ist. Diplom-Meteorologin Gabriele Krugmann muss mich enttäuschen: „Es gibt durchaus regionale Bauernregeln, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in die Zukunft blicken. Allerdings sind weder Pflanzen noch Tiere in der Lage, die künftige Witterung einzuschätzen.“

Ich gebe nicht auf, der Wunsch nach einer weißen Weihnacht ist einfach zu groß. Doch weder die von mir angerufenen Landwirte aus der Region noch Peter Heinsohn von der Jägerschaft in Stade machen mir große Hoffnungen: „Zwar beruhen die meisten Bauernregeln auf Beobachtungen der Landwirte. Und manchmal treffen sie auch zu, manchmal aber auch nicht. Bauernregeln dienen mehr der Belustigung und nicht als Quelle ernst zu nehmender Erkenntnisse.“ Meine Suche im World Wide Web bleibt ebenfalls erfolglos. Es gibt keine Internetseite, die bestätigt, dass mir meine Eimer voller Eicheln Berge von Schnee bescheren.

Also erkläre ich meinem Junior, dass er sich zum Geburtstag statt der Schlittschuhe lieber Inline-Skates wünschen soll. Und ich halte mich an die auf jeden Fall zutreffende Bauernregel: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.“ Silke Umland