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Von Amerika an die Elbe

Leyda Jimenez fühlt sich in Nordkehdingen sehr wohl

Leyda Jimenez verbringt ein Jahr als Aupair in Nordkehdingen und malt Land und Leute


sum. Oederquart. Die Frage, warum es sie aus dem immer warmen Florida ausgerechnet in die oft nass-kalte Region an der Elbe zog, beantwortet Leyda Jimenez (22) spontan: „Kehdingen ist ein Pferdeland und ich liebe Pferde.“ Ein Jahr lang kümmerte sich die junge Amerikanerin als Aupair in Nordkehdingen sowohl um die dreijährige Johanna als auch um drei Pferde und hat das Land und seine Leute lieben gelernt.

Leyda Jimenez, die in Miami aufwuchs, hatte sie schon immer eine Leidenschaft für die großen Vierbeiner. Nach ihrem Highscool-Abschluss machte sie eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, arbeitete in ihrer Freizeit aber immer in einem Pferdebetrieb und kümmerte sich dort um den Nachwuchs.
Auf der Suche nach etwas Neuem beschloss die Frau mit der markanten schwarzen Mähne im vergangenen Jahr, es als Aupair in Europa zu versuchen. „In meiner Bewerbung schrieb ich, dass ich mich gerne um Kinder, aber auch um Pferde kümmern möchte“, erzählt Leyda Jimenez. Als das Angebot von Katharina Kohlmayr und Jens Nordlohne kam, bei ihnen auf dem Gut Ziegelhof in Oederquart zu arbeiten, machte sich die damalige Bewerberin schlau und erfuhr, dass Kehdingen eine Hochburg für Pferdezucht ist: „Da wollte ich unbedingt hin.“

Das Vorurteil, Nordkehdinger seien gegenüber Fremden verschlossen, teilt Leyda Jimenez nicht. „Die Menschen hier haben ganz viel Herz,“ erzählt sie und berichtet voller Begeisterung von ihrem Nachbar Hannes Meyer, auf den das Kehdingen-Klischee dann aber doch ein bisschen passt. Als die letzte Zuchtstute des oft ernst dreinblickenden Rentners verstarb, befürchtete er, dass auch deren Fohlen eingeht. Doch als seine „neue Nachbarin“ von dem Schicksal hörte, verbrachte sie bei klassischer Musik und mit Milch im Gepäck jede freie Minute in seinem Stall und päppelte den Nachwuchs liebevoll auf. „Ich glaube, er hielt mich für ein bisschen verrückt“, erklärt Leyda Jimenez mit einem Schmunzeln. Der kleine „Frido“ schaffte es und Hannes Meyer lächelte tatsächlich.

Zwar findet die Nordkehdingerin auf Zeit alle ihre Nachbarn in Oederquart toll, aber der ehemalige Pferdezüchter ist einfach ihr Lieblingsnachbar - und er inspiriert sie. Die Hobby-Künstlerin hält nämlich seit ihrer Ankunft in Kehdingen ihre „amerikanischen Blicke“ auf das Land und die Leute auf Papier fest. Ihre Bleistiftzeichnungen zeigen Hannes Meyer auf seine ganz besondere Kehdinger Art.

• Die Zeichnungen und Fotografien von Leyda Jimenez können bis zum 18. September in der Ausstellung „Kehdingen through american eyes“ im Rathaus in Freiburg besichtigt werden.