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Wenn Löwenzahn in der Werkstatt "wächst"

In der Hobby-Werkstatt von Jens Decker "wachsen" riesige Pusteblumen auf Stroh

Bei Jens Decker entstehen in Handarbeit Kupferfiguren


sum. Freiburg.
Auf der Fensterbank marschiert eine Ameisen-Parade vorbei, an der Wand tummelt sich eine Riesenspinne, die Vögel sitzen im Stubenschrank und Mäuse machen es sich unter einer fast zwei Meter hohen Pusteblume bequem. Fast könnte man meinen, in Freiburg an der Elbe gibt es einen zoologischen Garten. Doch die kleinen und großen Bewohnern hausen in der Werkstatt von Jens Decker (48) und bestehen alle aus Kupfer.

Vor rund fünf Jahren begann die handwerkliche Leidenschaft des Heizungsbauers, als ihm ein Kupfer-Vogel mit einem abgebrochenen Flügel zuflog. „Ein Kunde bat mich, den Flügel wieder anzulöten,“ erklärt Jens Decker, der die Figur so schön fand, dass er sich dachte: „Das könnte ich doch auch mal ausprobieren.“ Zunächst wieder beiseite geschoben, kam der Gedanke auf einer Messe für Heizung und Sanitär wieder auf, als er dort eine von Dachdeckern gebaute Kupferrose entdeckte.

Und so machte sich der Vater von zwei Töchtern zu Hause an die Arbeit. Er besorgte sich Kupfer, suchte eine passende Vorlage und brutzelte in seiner Freizeit die erste eigene Rose aus Kupfer zusammen. Doch das war erst der Anfang, denn bis heute hat Jens Decker schon zahlreiche verschiedene Tiere und Pflanzen, aber auch Lampenschirme, Briefkästen und Blumengefäße geschnitten, gewalzt und zusammengelötet.

Für die bislang größte Figur, eine fast mannshohe Pusteblume, benötigt der in Freiburg geborene Handwerker fast zwanzig Stunden.
Das zur Zeit kleinste Projekt des besonnenen Hobby-Künstlers sind etwa vier Zentimeter lange Ameisen. „Dafür braucht man dann schon ziemlich viel Feingefühl,“ gibt er zu.

Vor drei Jahren hatte Jens Decker das Glück gegenüber seines Hauses eine kleine Werkstatt kaufen zu können. Denn jetzt kann er sich mit seinem Hobby so richtig ausbreiten. Im ersten Stock hat sich der Freizeit-Schmied sich eine kleine und mit allen nötigen Maschinen ausgestattete „Kupferwerkstatt“ eingerichtet. Dort entstehen in den Abendstunden und am Wochenende seine fantasievollen Figuren, die mit Hilfe von Ehefrau Ute (45), die als Floristin genau das richtige Händchen für das Dekorieren hat, anschließend in das zum Ausstellungsraum umfunktionierte Erdgeschoss umziehen.

„Mir macht mein Hobby zwar richtig viel Spaß und ich bekomme auch schon vieles gut hin“ erklärt der Heizungsbauer, „doch ich würde gerne mal einem Dachdecker oder Kupferschmied über den Weg laufen, der mir zeigt, wie ich aus einem einzigen Klumpen Kupfer einen hübschen Teekessel hämmere."