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„Wer auf Flüchtlinge eifersüchtig ist, hat etwas falsch gemacht“

Facebook-Diskussion zur Flüchtlingseinstellung im Meisenstieg



sum. Wischhafen.
Dass es im Meisenstieg Anwohner gibt, die gegen eine Unterbringung von Asylbewerbern in ihrer Nachbarschaft sind, stößt vielen WOCHENBLATT-Lesern sauer auf.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, hat besonders ein Anwohner auf einer Informationsveranstaltung der Samtgemeinde Nordkehdingen heftig gegen die Unterbringung von zwei Flüchtlingsfamilien in einem leerstehenden Doppelhaus in Wischhafen gewettert. Lautstark war er der Meinung, dass der Meisenstieg jetzt zu einem Ghetto verkomme. Auf der Facebook-Seite machten die Leser ihrem Unmut über diese Einstellung Luft. Frank Scheller ist wütend: „Typisch, keiner hat was gegen Flüchtlinge, solange sie nicht in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen.“ „Wer auf Flüchtlinge eifersüchtig ist, hat im Leben was falsch gemacht,“ erklärt An Huynh. Er und viele weitere User machten klar, dass diese Menschen ihr Land verließen, weil sie dort um ihr Leben fürchten müssten. Und was sie auf ihrer Flucht nach Deutschland durchmachten, könne sich kaum einer vorstellen.

Im Sozialen Netzwerk wird vereinzelt zwar auch die Meinung vertreten, die Asylbewerber hätten hier ohne Arbeit ein besseres Leben als mancher Deutscher und wären darüber hinaus nicht bereit, die Landessprache zu lernen. „Stattdessen werden hier Moscheen und andere Gedenkstätten hingepflastert, damit sie sich heimisch fühlen“, meint Userin Saskia Ukena. Das mag anderswo vielleicht zutreffen. Aber gerade in Nordkehdingen integrieren sich die Flüchtlingsfamilien sehr gut. Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiterin Erika Hatecke von der Samtgemeinde nehmen fast alle Asylbewerber am freiwilligen Deutschunterricht teil. Viele von ihnen kommen gerne zu den örtlichen Veranstaltungen und treffen sich beispielsweise regelmäßig im Gemeindehaus in Freiburg, um gemeinsam zu singen, egal in welchem Glauben oder in welcher Kultur sie eigentlich zu Hause sind.

Und während Userin Mis Chichi aus Wischhafen bislang noch keine Moschee in Kehdingen gesehen hat, hofft Doreen Schwach aus Buxtehude für die Familie im Meisenstieg, dass nicht alle aus ihrer neuen Nachbarschaft die negative Einstellung teilen.