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Wie sicher leben die Bürger in Kehdingen?

Polizei informiert über Personalsituation / Einbrüche verdoppelten sich

sum. Drochtersen. In Wischhafen schleicht sich ein Einbrecher ins Haus, während der Besitzer gerade seinen Rasen mäht. In der Gemeinde Drochtersen wird ein Rentner von einem Räuber-Duo überfallen. In Freiburg dringt ein Mann in ein Haus ein und attackiert die Bewohner. Müssen die Einwohner in Kehdingen um ihre Sicherheit bangen oder verirren sich Verbrecher nur selten in den nördlichen Landkreis? Darüber informierten vor Kurzem Torsten Oestmann und Rainer Bohmbach von der Polizeiinspektion Stade bei den Kehdinger Gesprächen in Drochtersen.

Insgesamt 330 Mitarbeiter kümmern sich im Landkreis Stade um die Sicherheit der rund 197.000 Einwohner. Während zwei "Dorfsheriffs" für das weitläufige Gebiet der Samtgemeinde Nordkehdingen zuständig sind, warten in Drochtersen insgesamt acht Polizisten auf ihren Einsatz. Das klingt wenig. „Doch wenn es erforderlich ist, sind wir blitzschnell in der Lage, einen Großeinsatz zu organisieren“, berichtet Polizeidirektor Torsten Oestmann. So machten sich im Februar innerhalb kürzester Zeit 50 Einsatzkräfte, ein Polizeihubschrauber und ein Suchhund auf die Jagd nach dem Einbrecher, der eine Frau und ihrer Tochter in Freiburg angriff.

Pro Jahr werden etwa 11.000 Straftaten im Landkreis begangen, von denen sich 500 in der Gemeinde Drochtersen und gerade mal 200 in Nordkehdingen ereignen. Zu diesen Delikten zählen neben Mord, Einbruch und Überfällen aber auch der Stinkefinger, Sachbeschädigungen oder die Schlägerei. Die Aufklärungsquote liegt mit 70 Prozent über dem Durchschnitt.

Stark zunehmend ist die Zahl der Wohnungseinbrüche. Diese erhöhten sich niedersachsenweit zwar nur um rund fünf Prozent, verdoppelten sich aber im Landkreis Stade. „Früher war eigentlich immer jemand zu Hause“, erklärt Rainer Bohmbach, „doch heute leben wir anders.“ Das wissen auch die Einbrecher. Sie suchen sich gerade in der dunklen Jahreszeit gezielt leerstehend wirkende Objekte, um schnell zuzuschlagen und gut tragbare Dinge, wie Schmuck, Kameras, Handys und Geld mitgehen zu lassen. Oft bleiben die Langfinger durch hohe Sichtschutzhecken unentdeckt. Doch auch Situationen, wie die in Wischhafen, wo der Besitzer hinter dem Haus den Rasen mäht und vorne die Tür nicht abschließt, nutzen die Straftäter gnadenlos aus.

Die Polizeibeamten mahnten dringend zur Sorgfalt. Eine gut gesicherte Terrassentür verdirbt dem Einbrecher schnell die Laune, wechselnde Lichtquellen lassen Langfinger oft gar nicht erst auf die Idee kommen, in dieses Haus einzubrechen und ein kläffender Hund schreckt von vornherein ab. „Auch Nachbarn sind wertvoller denn je,“ erklärt Oestmann. Gerade in kleinen Gemeindesiedlungen fällt ein fremdes Auto schnell auf. „Sollte ihnen etwas komisch vorkommen, Kennzeichen notieren und die Polizei informieren“, gab Bohmbach den Zuhörern mit auf den Weg, „und das lieber einmal zu viel, als zu wenig.“