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Alternativer Zubringer muss her

Viele Familien wohnen in der Fasanenstraße, die als Zubringer zur Autobahn herhalten soll Foto: sum

Anwohner wollen Ausbau der Fasanenstraße zur Bundesstraße verhindern

sum. Wischhafen. Die meisten Bürger in der Gemeinde Wischhafen sind Befürworter der Autobahn A20. Auch die Anwohner der Fasanenstraße im Wolfsbruchermoor sperren sich nicht gegen die Planungen. Dennoch wollen sie mit allen Mitteln verhindern, dass ihre Straße, an der immer mehr Familien ihre Häuser bauen, zukünftig zum Autobahnzubringer wird.

Wie berichtet, sollen die K12 in Wischhafen und die K27 in Drochtersen im Zuge des geplanten Baus des Autobahnkreuzes in Drochtersen zu einer Bundesstraße ausgebaut werden, um als Zubringer zu dienen. Damit sind die Anwohner des Fasanenweges jedoch nicht einverstanden. Die Familienväter Marco Viehmann und Thomas Hasselbusch gründeten mit weiteren Anwohnern die Betroffenengemeinschaft „Anti-Zubringer“ und haben sich Rechtsbeistand an die Seite geholt.

Auch von der Gemeinde erhalten die Fasanenbewohner Rückendeckung. Gemeindedirektor Edgar Goedecke stellte in der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses in Wischhafen eine Prognose vor, nach der der Verkehr auf der K12/K27 von heute 1.500 bis zum Jahr 2030 auf täglich 9.700 Fahrzeuge ansteigen soll. Zum Vergleich: Im Ortskern Drochtersen sind heute ca. 12.000 Fahrzeuge unterwegs. „Das ist eine enorme Veränderung, die Auswirkungen auf die Anwohner hat“, stellt sich Goedecke hinter die Anwohner, „die Gemeinde Wischhafen ist Befürworter der Autobahn, kann aber die Zubringersituation so nicht hinnehmen.“ Den noch bis zum 17. Oktober in den Rathäusern in Freiburg und Drochtersen ausliegenden Planungsunterlagen kann nicht entnommen werden kann, welche Maßnahmen zum Schutz der Anwohner angedacht sind. Im Oktober steht insoweit ein klärendes Gespräch zwischen Gemeinde und Straßenverkehrsbehörde an.

Auch Horst Wilkens (CDU) machte klar, dass man in der Fasanenstraße die Bebauung zugelassen hat mit dem Ziel, hier eine Siedlung oder gar eine kleine Ortschaft zu erhalten. „Diese Entwicklung wird völlig auf den Kopf gestellt“, erklärt das Ratsmitglied. Aber es eine Alternative, auf die Jonny Röndigs (SPD) noch einmal hinwies. Diese Ausweichstrecke würde aus Drochtersen kommend in Höhe der Grünen Straße (K65) beginnen und links hinter den an der K12 liegenden Höfen verlaufend weiter südlich ebenfalls an die B 495 anschließen. „Das würde den Fasanenweg entlasten und ist ein Ziel, das die Gemeinde verfolgen muss“, erklärte Röndigs.

Diese Alternative würde auch die Initiative „Anti-Zubringer“ begrüßen, erklärte Marco Viehmann, der dem Bauauschuss noch einmal klar machte, dass keiner der Anwohner generell gegen die Autobahn ist, da durch diese die gesamte Region gestärkt wird. Doch sollte es keine Zubringer-Alternative zum Fasanenweg geben, schrecken die Anwohner auch vor den juristischen Weg nicht zurück: „Dann werden wir versuchen, es so lange hinauszuzögern, wie es geht.“