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Gemeinde Wischhafen muss jetzt sparen

Der Landkreis will die Kosten für die Schließung der Radweglücke an der K12 in Wischhafen auf die Gemeinde abwälzen (Foto: sum)

Trotz Rücklage verbleibt ein Fehlbetrag von 103.000 Euro in der Kasse


sum. Wischhafen. Kämmerer Christian von Holt prophezeite den Ratsmitgliedern auf der Gemeinderatssitzung in Wischhafen eine finanziell düstere Zukunft. Für das Haushaltsjahr 2016 wird ein dickes Minus vor dem Ergebnis stehen, das auch durch die noch vorhandene „kleine“ Rücklage nicht verschwindet. Schlimmer noch: Der jetzt ermittelte Fehlbetrag von 103.000 € wird sich bis Ende 2019 voraussichtlich noch verdreifachen.

Dabei wird die mit fast dreitausend Einwohnern größte Gemeinde Nordkehdingens auch im kommenden Jahr Einnahmen in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro verzeichnen können. Hier schenkte der Kämmerer den ersten Wermutstropfen ein. Die Gewerbesteuereinnahme in Höhe von 700.000 Euro verringert sich nach der Auskunft eines örtlichen Unternehmers wohl um 130.000 Euro.

Die bevorstehenden Ausgaben belaufen sich auf etwas mehr als drei Millionen Euro. Zu den großen Positionen Kreisumlage (982.800 Euro), Samtgemeindeumlage (802.100 Euro) und Personalkosten (569.600 Euro) kommen hohe Investitionskosten. So sind für das geplante Bildungshaus 185.000 Euro aufzubringen. Der Neubau von Brücken über das Wischhafener Fleth schlägt mit 90.000 Euro zu Buche und der weitere Teilausbau des Radweges an der Stader Straße sowie der Ausbau des Schilfweges verschlingen nochmals 240.000 Euro. Das Vorhaben des Landkreises Stade, den Eigentanteil für den Radwegebau entlang der K12 durch das Moor in Höhe von 300.000 Euro auf die Gemeinde Wischhafen abzuwälzen, stieß auf Gegenwehr bei den Fraktionen: „Kreisstraße bleibt Kreisstraße, da ist die Gemeinde nicht zuständig“.

Doch auch bei einer Streichung dieser Kosten muss Wischhafen den Sparstrumpf anziehen. Wegen der mangelnden Liquidität ist zur Finanzierung der Investitionen ein Kredit in Höhe von 550.000 Euro aufzunehmen. „Das ist schon eine Hausnummer“, erklärte der Kämmerer und machte klar, dass die Verschuldung in den kommenden Jahren noch steigen wird. Damit wird ein Haushaltssicherungskonzept erforderlich. Christian von Holt schlug daher schon jetzt eine Erhöhung der Grundsteuer von 410 auf 450 Prozent vor und mahnte die Ratsmitglieder an, über weitere Einsparungen nachzudenken.