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"Ich fühle mich im Stich gelassen"

Bürgermeister Detlef Hammann fehlt die Unterstützung durch seine Stellvertreter

Bürgermeister Detlef Hammann tritt Ende des Jahres als Bürgermeister zurück


sum. Freiburg. Das Gerücht um den Rücktritt von Bürgermeister Detlef Hammann (48) brodelte schon seit Tagen in Freiburg. Jetzt macht der selbständige Physiotherapeut es öffentlich: „Zum Ende des Jahres höre ich als Bürgermeister auf.“ Als offizielle Gründe nennt er den Wunsch nach mehr Zeit mit seiner neunjährigen Tochter und die Arbeit in seinem Therapiezentrum in Freiburg, die durch sein im Frühjahr endendes Fernstudium zum Heilpraktiker noch wachsen werde.

Im November 2011 wurde der Parteilose als damaliger Spitzenkandidat der CDU mehrheitlich zum Bürgermeister von Freiburg gewählt. Seitdem hat Detlef Hammann nach eigener Auskunft unter anderem bei dem Ausgleich des Gemeindehaushalts, der Errichtung des Ringdeichs, der Wiedereröffnung des Kornspeichers und dem Verkauf schwer zu vermittelnder Grundstücke mitgewirkt. „Doch von meinen Stellvertretern fühle ich mich im Stich gelassen,“ erklärt Detlef Hammann. Sitzungen, runde Geburtstage, besondere Hochzeitstage, Versammlungen und Weihnachtsfeiern der örtlichen Vereine musste er nach eigenem Bekunden als Bürgermeister die letzten drei Jahre alleine „wuppen“.

Zu der Frage, ob auch Unstimmigkeiten mit dem Gemeinderat ein Rücktrittsgrund seien, will sich der Noch-Bürgermeister nicht konkret äußern. „Klar sind wir im Rat nicht immer einer Meinung,“ gibt Detlef Hammann zu, „aber das ist doch normal.“ Dass der Physiotherapeut ein streitbarer Zeitgenosse ist, ist im Elbedorf bekannt. Zuletzt legte sich der konfessionslose Politiker mit der Kirche in Freiburg an, da er weder die Kirche noch das Gemeindehaus für von ihm geplante Veranstaltungen nutzen durfte (das WOCHENBLATT berichtete).

Von Seiten der weiteren Ratsmitglieder ist derzeit eine Stellungnahme noch nicht zu erwarten. Sowohl der stellvertretende Bürgermeister Herwart von der Decken (CDU) als auch Ute Thomsen-Eggers (SPD) teilten dem WOCHENBLATT auf Nachfrage mit, eine Auskunft erst nach fraktionsinternen Sitzungen erteilen zu wollen.