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Jetzt entscheiden die Bürger

Mit ihren Flyern fordern die Gegner und Befürworter die Bürger aus Wischhafen und Balje auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen (Foto: sum)

Wahlen zur Einheitsgemeinde am kommenden Sonntag in Balje und Wischhafen


sum. Nordkehdingen. In einem sind sich Befürworter und Gegner der Einheitsgemeinde dann doch einig: „Nur wer zur Wahl geht, kann die Zukunft mit entscheiden.“ Sowohl in Wischhafen als auch in Balje fällt am Sonntag, 29. November, die Entscheidung, ob im kommenden Jahr aus der bisherigen Samtgemeinde Nordkehdingen eine Einheitsgemeinde wird.

„Sind Sie dafür, dass der Ratsbeschluss der Gemeinde Balje (Wischhafen) vom 30.06.2015 (29.06.2015) aufgehoben wird und dadurch die Bildung einer Einheitsgemeinde Nordkehdingen aus den Gemeinden Flecken Freiburg/Elbe, Krummendeich, Oederquart, Wischhafen und Balje nicht stattfindet?“ Diese Frage müssten mindestens 25 Prozent der wahlberechtigten Bürger aus Balje und Wischhafen mit „JA“ antworten, damit Nordkehdingen eine Samtgemeinde bleibt. Gehen allerdings insgesamt weniger als 24 Prozent der Wähler an die Urne, wäre der Antrag gescheitert. Gleiches gilt, wenn zwar die Ja-Sager die Mindestquote erreichen, mehr als die Hälfte der Wählenden ihr Kreuz aber bei „Nein“ setzt. Eine Wahlverdrossenheit hat daher sowohl für Befürworter als auch Gegner der Einheitsgemeinde keinen Platz.

Zur Erinnerung: Die Initiatoren des Bürgerentscheids befürchten mit der Umstrukturierung der jetzigen Verwaltungsform einen Untergang ihrer Gemeinden und den Verlust der erwirtschafteten Gelder sowie der Bürgernähe. „In Zukunft würde sich nur noch ein Ortsvorsteher um die Belange der Gemeinde kümmern. Bürgermeister und Gemeinderat gäbe es nicht mehr,“ erklärt Jürgen Ehlers aus Wischhafen. Christian Otten aus Balje weiß, dass viele Bürger Angst davor haben, dass die mit rund 1.000 Einwohnern eher kleine Gemeinde Balje (Wischhafen hat rund 3.000 Einwohner) in Zukunft „öfter hinten runter fällt“, da sich die Stimmenverteilung in einem Einheits-Gemeinderat an der Größe des jeweiligen Ortes orientiert. Damit alles beim Alten bleibt, fordern die Initiatoren ihre Mitbürger auf: „Alle, die wie wir gegen die Einheitsgemeinde sind, müssen am Sonntag zur Wahl gehen und die Frage mit JA beantworten.“

„Kreuzen Sie NEIN an, wenn Sie mit uns den Weg in die Einheitsgemeinde gehen wollen“ appellieren dagegen die Bürgermeister Bernd Tietje und Hermann Bösch an die Bürger. Sie sind sich mit den übrigen Mitgliedsgemeinden einig, dass durch die Umstrukturierung eine Minderung des Verwaltungsaufwands erfolgt mit dem Ergebnis, dass jährlich Kosten in Höhe von 60.000 Euro eingespart werden können. Hermann Bösch sichert zu: „Alle Gemeindeeinrichtungen bleiben erhalten.“ Bürgermeister Bernd Tietje stellt klar, dass eine Einheitsgemeinde bessere Entwicklungsmöglichkeiten bietet und wirtschaftlich vernünftig ist: „Steuerbelastungen können stabil gehalten und Schwankungen in einer größeren Einheit leichter aufgefangen werden“. Auch Unterstützer Edgar Goedecke erklärt, dass durch den demografischen Wandel ein viel engeres Miteinander in der Region erforderlich ist. Für den Samtgemeinde-Bürgermeister ist nicht erkennbar, warum einem Rat in einer Einheitsgemeinde nicht die gleiche Verantwortung für die örtlichen Belange zugebilligt werden sollte, wie den jetzigen Gemeinderäten.

Die Wahl findet am Sonntag, 29. November, in der Zeit von 8 bis 18 Uhr in folgenden Wahllokalen statt:
• Wischhafen: Grundschule Wischhafen, Am Sportplatz 3, und Gemeindehaus in Hamelwörden, Stader Straße 319.
• Balje: Dorfgemeinschaftshaus, Bahnhofstraße 28, und Gasthaus „Zwei Linden“, Itzwördener Straße 4.