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Kehdingen wird zum Speckgürtel

Enak Ferlemann berichtet über verkehrspolitische Aussichten / Elbtunnel für 2025 prognostiziert

sum. Freiburg. „Na dann werde ich den Tunnel wohl erst vom Himmel aus zu sehen bekommen,“ lautete die Antwort einer älteren Zuhörerin, als Enak Ferlemann Fertigstellung der A20-Elbquerung frühestens für 2025 prognostizierte.

Der Parlamentarische Staatssekretär folgte der Einladung des Kornspeichers Freiburg und berichtete den zahlreichen Teilnehmern im Rahmen des Speichergesprächs Bundesverkehrswegeplan. In diesem Zusammenhang erläuterte der CDU-Politiker, dass sich das Verkehrsaufkommen „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ insbesondere im Bereich Güterverkehr und Logistik nahezu verdoppeln wird. Eine Steigerung des Autoverkehrs im Raum Kehdingen wird aufgrund des demografischen Wandels jedoch mit 13 Prozent eher gering sein.

Nach Erläuterung der Planungen zur Bewältigung des wachsenden Verkehrs kam Enak Ferlemann schließlich auch auf die für die Region derzeit wichtigsten Bauvorhaben. Er musste die Zuhörer dann aber doch etwas enttäuschen. Denn der Bau des von vielen gewünschten A20-Elbtunnels zwischen Drochtersen und Glückstadt wird frühestens 2025 abgeschlossen werden. Zwar besteht sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein Baureife, doch neben zahlreichen Klagen, von denen eine von der Betreiberin der Elbfähre stammt, gibt es auch auf der anderen Seite der Elbe. Dort wurde 2015 zufällig ein nicht bewohnter Adlerhorst entdeckt, der jetzt zwei Jahre lang beobachtet werden muss und möglicherweise zu Planänderungen führt.

Auf die Frage eines Landwirts, wie sich der Bau der Autobahnen und des Tunnels auf die regionale Wirtschaft auswirkt, schaute der Staatssekretär positiv in die Zukunft: „Kehdingen gehört dann plötzlich zum Speckgürtel Hamburgs." Das Projekt macht die Region sowohl für Unternehmen als auch für die Bevölkerung wieder interessant, so dass Abwanderung kein Thema mehr sein wird. Der zwingend vorzunehmende ökologische Ausgleich für die Baumaßnahmen wird nicht zur Wegnahme von landwirtschaftlichen Flächen führen. „Wir werden große Flächenpools bilden und beispielsweise Hoch- und Niedermoore renaturieren“, sicherte Ferlemann zu.

Zu guter Letzt sah der Politiker noch einen großen Vorteil für die Region: Mit dem Bau der Autobahnen und Zufahrtsstraßen wird zwingend auch ein Entwässerungssystem zu errichten sein. Und damit könnte auch das derzeit gut sichtbare Wasserproblem in Kehdingen gelöst werden.