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Kulturausschuss im Museum

Der Kulturausschuss zu Gast im Küstenschifffahrtsmuseum Foto: sum

Kreisarchäologe berichtet über Projekte

sum. Wischhafen. Mit einer Führung durch das Küstenschifffahrtsmuseum in Wischhafen begann am Mittwoch die Sitzung des Kulturausschusses des Landkreises Stade. Anschließend berichtete Kreisarchäologe Daniel Nösler über archäologische Forschungen in der Region.

90 Jahre ist es jetzt her, als Apensen mit dem Fund eines langobardischen „Fürstengrabs“ in die Öffentlichkeit trat. Nachdem dieses Grab zunächst ein Einzelfund blieb, entdeckte Dietrich Alsdorf 1971 weitere als Urnen verwendete römische Bronzegefäße. Vor zehn Jahren begannen umfangreiche Ausgrabungen, bei denen ein großer Friedhof entdeckt wurde. „Mehr als 100 Leute wurden hier bestattet,“ erläuterte Daniel Nösler den Ausschussmitgliedern. Neben Bronzegefäßen wurden auch zahlreiche Sperr- und Messerspitzen entdeckt. „Das deutet auf einen reinen Männerfriedhof hin“, beschrieb der Kreisarchäologe den Fund. Jedoch befindet sich nicht weit von diesem Platz entfernt ein weiterer Friedhof, auf dem aufgrund der zahlreichen Schmuckstückfunde vermutlich die Frauen begraben wurden.

Mit einem GPS-unterstützten Airborne Laserscan ist es den Stader Archäologen seit Beginn des Jahres möglich, Fundstellen aus der Luft noch genauer zu lokalisieren und sogar in den Wäldern versteckte Reliquien zu entdecken. Erst im Juni stießen Daniel Nösler und sein Team auf diese Weise auf einem 22,5 Hektar großen Acker in Horneburg auf mehr als 50 Feuerstellen. Sie fanden unter anderem eine Pabstbulle aus dem Jahr 1352, Siegelstempel und besonders seltene Schwertknaufe aus der Bronzezeit. Bis Oktober werden diese Ausgrabungen noch andauern.

Als „Kracher“ bezeichnete Daniel Nösler die kürzliche Entdeckung von Überresten einer alten Ritterburg einen Kilometer nordöstlich von Schwinge. Der Fund kleiner Silbermünzen stellte er als schönen Beleg dafür dar, dass es in Schwinge einst Ritter gab.