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Trotz Weisung: Kehdinger Landwirte hoffen weiter

Landwirt Henning Janßen aus Oederquart (Foto: bc)
Kehdinger Marsch: Nur mit dem Vertragsnaturschutz sei eine Kommunikation auf Augenhöhe möglich

(bc). Nach der Weisung aus dem Umweltministerium in Hannover, das EU-Vogelschutzgebiet Kehdinger Marsch vollständig hoheitlich zu sichern (das WOCHENBLATT berichtete), setzen die Grünen im Kreistag auf die Einsicht der anderen Fraktionen. CDU, SPD und Wählergemeinschaft hatten noch am Montagvormittag im Kreisausschuss gegen den Grünen-Antrag auf Einleitung eines Verfahrens zur Unterschutzstellung gestimmt.

"Wir gehen nunmehr davon aus, dass im Kreistag sowohl CDU als auch SPD unseren Antrag unterstützen", schreibt Fraktionschef Ulrich Hemke. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: "Es wäre wohl besser gewesen, wenn man aus Wertschätzung für den Naturschutz (und aus rechtlicher Kenntnis) gehandelt hätte, statt bei Landwirten – nicht zuletzt aus Wahlkampfgründen – unhaltbare Illusionen zu schüren und erst eine Weisung von oben abzuwarten."

Wie berichtet, setzten alle Parteien bis auf die Grünen bislang auf den Vertragsnaturschutz, bei dem die Kreisverwaltung über mehr als zwei Jahre unentgeltliche Verträge mit den Landwirten in Kehdingen ausgehandelt hat. Das Land sagt jedoch: Vertragsnaturschutz verleihe keinen ausreichenden Schutzstatus.

Im Kreistag am Montag, 14. März, wird der Grünen-Antrag abermals abgestimmt. Die Kehdinger Landwirte - ca. 80 Betriebe sind betroffen - hoffen, dass die Kreispolitik trotz der Ansage aus Hannover den Antrag der Grünen weiter mehrheitlich ablehnt.

"Wir arbeiten daran, beim Vertragsnaturschutz nachzubessern. Aber wir brauchen Zeit", sagt Landwirt Henning Janßen aus Oederquart, Mitglied des Aktionskreises "Natura 2000". Geplant ist ein Gespräch im Umweltministerium in naher Zukunft.
Nur beim Naturschutz auf Basis von individuellen Verträgen sei eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den Behörden möglich: "Die Landwirte sind bereit, das Gebiet gemeinsam unter Naturschutz-Aspekten weiterzuentwickeln", sagt Henning Janßen. Einige freiwillige Maßnahmen seien bereits umgesetzt.

Beim einem staatlichen Schutzgebiet fürchten die Landwirte fehlende Kommunikation. Zum Beispiel, wenn in Zukunft weitere einschränkende Verordnungen von oben übergestülpt werden.

Die Kreistags-Sitzung am 14. März dürfte sehr interessant werden. Die Landwirte werden genau beobachten wollen, wie SPD, CDU und auch Wählergemeinschaft abstimmen. Sie wie auch die Kehdinger Kommunalpolitik setzen darauf, dass die Vertreter der Parteien im Kreistag den gemeinsam eingeschlagenen Weg weiterführen und damit ein Signal nach Hannover für die "mildeste" Umsetzung senden.