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Widerstand aus Wischhafen gegen die Einheitsgemeinde

"Viele Bürger wollen keine Einheitsgemeinde", erklären Jürgen Ehlers (v.li.), Heinrich von Borstel und Werner Rücker

Widerstand von Ex-Bürgermeister Heinrich von Borstel: Auch in Wischhafen sollen die Bürger entscheiden


sum. Wischhafen. Von keinem geringeren als dem ehemaligen Bürgermeister Heinrich von Borstel wird jetzt auch aus Wischhafen ein Bürgerbegehren gegen die Umwandlung der Samtgemeinde Nordkehdingen in eine Einheitsgemeinde angestrebt.

Nachdem Christian Otten aus Balje als Vorreiter den Antrag auf einen Bürgerentscheid gestellt hatte (das WOCHENBLATT berichtete), folgt nun der Widerstand aus Wischhafen. In einer Sitzung des SPD Ortsvereins Wischhafen haben die Genossen in der vergangenen Woche entschieden, dass auch in Wischhafen die Bürger darüber entscheiden sollen, ob Nordkehdingen eine Einheitsgemeinde werden soll. Den Antrag auf Vorprüfung des Bürgerbegehrens stellten nunmehr der bekannteEx-Bürgermeister und SPD-Landtagsabgeordnete Heinrich von Borstel, der Vorsitzende des Sozialverbandes Werner Rücker und Jürgen Ehlers, Beisitzer im Förderverein „Wi helpt“.

Als Begründung gab das Dreiergespann an, dass bereits parallel zur Kommunalwahl im September 2011 eine Bürgerbefragung zu dem Ergebnis führte, dass rund zwei Drittel der Wähler gegen die Bildung einer Einheitsgemeinde waren. Der damalige Beschluss wurde nunmehr aufgehoben und damit der Wille der Bürger nach Auffassung der Antragsteller "völlig ignoriert". Ferner sei die Gemeinde Wischhafen aufgrund der guten Infrastruktur in der Lage, aus eigener Kraft alle kommunalen Aufgaben selbst zu erledigen.

Heinrich von Borstel, der sich schon während seiner 20-jährigen Bürgermeisterzeit immer gegen eine Einheitsgemeinde ausgesprochen hatte, erklärte dem WOCHENBLATT, dass durch die geplante Umbildung eine höhere Schlüsselzuweisung ausgeschlossen sei. Nordkehdingen habe dann keine erweiterte finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen zu erwarten. „Das käme nur bei einer Kooperation mit Drochtersen oder Hemmoor in Betracht,“ sagt der Beisitzer der SPD Nordkehdingen.

Nun müssen auch in Wischhafen die Ratsmitglieder tagen und prüfen, ob der Antrag korrekt gestellt wurde. Aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Veröffentlichung der Ratsbeschlüsse zur Bildung der Einheitsgemeinde haben die „Protestler“ aus Wischhafen nicht mehr sechs, sondern nur noch drei Monate und somit bis Mitte November Zeit, um die erforderlichen 250 Bürger zu finden, die sich für das Bürgerbegehren aussprechen. Doch Heinrich von Borstel und seine Mitstreiter sind optimistisch: „Wir haben schon jetzt sehr viele Bürger auf unserer Seite.“