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Zu viel Geld fürs Natureum? Freie Wähler kritisieren hohe Ausgaben

Verursacht hohe Kosten: das Naturkunde-Museum "Natureum" (Foto: tp)
jd. Balje. Mit Sorge verfolgt die Freie Wählergemeinschaft (FWG) im Landkreis Stade die Kostenentwicklung beim Natureum. Erst im Vorjahr wurde der jährliche Kreis-Zuschuss für das Nordkehdinger Museum um 60.000 Euro auf eine halbe Million Euro erhöht. Im Haushalt 2017 ist nun sogar ein Betrag von 548.000 Euro vorgesehen. "Diese Einrichtung darf nicht zu einem Fass ohne Boden werden", sagt Uwe Arndt, FWG-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Er sieht auch den Nachbar-Landkreis Cuxhaven in der Pflicht.

Die Freien Wähler hatten bei den Haushaltsberatungen vergeblich versucht, den Zuschuss für das Natureum auf 500.000 Euro zu deckeln. Zumindest habe die FWG erreicht, dass die erneute Aufstockung von einem neuen Konzept für das Natureum abhängig gemacht werde, so Arndt. Das Papier soll Natureums-Geschäftsführer Lars Lichtenberg auf der Sitzung des Kreis-Kulturausschusses am kommenden Mittwoch, 1. März, um 15 Uhr im Buxtehuder Museum (Stavenort 2) vorstellen. Lichtenberg habe dem Kreis bereits im Herbst mitgeteilt, dass der Zuschuss in den kommenden Jahren zurückgefahren werden könne, so Arndt. Die Ausgangsbedingungen dafür sollen "ausgesprochen gut" sein.

Angesichts dieser Aussage fragt sich der FWG-Fraktionschef: "Warum will die Kreistagsmehrheit von CDU und SPD die höhere Bezuschussung gleich auf fünf Jahre festschreiben?" Er setze auf die Zusage von Lichtenberg, den Betrieb des Natureums künftig stärker nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auszurichten, erklärt Arndt: "Wir müssen eine weitere Kostenexplosion verhindern, zumal der Landkreis zusätzlich erhebliche Summen in die Instandhaltung der Gebäude stecken muss."

Die FWG sieht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Ihre Argumentation: Seit Jahren würden die Besucherzahlen konstant bei rund 31.000 Gästen jährlich liegen, doch der Zuschussbedarf steige innerhalb von zwei Jahren um mehr als 100.000 Euro. "Hier entsteht ein immer größeres Missverhältnis", meint Arndt. Er setzt auf ein neues Konzept, um mehr Besucher anzulocken: "Die Attraktivität des Natureums muss gesteigert werden."

"Und dann sollten wir endlich mal schauen, wer außer dem Kreis Stade touristisch von dem Natureum profitiert", sagt Arndt: Das sei in erster Linie der Landkreis Cuxhaven. Tatsächlich findet sich gleich an dritter Stelle auf der offiziellen Tourismus-Homepage des "Cuxlandes" ein Hinweis auf das Natureum. Dazu hat der FWG-Politiker eine klare Meinung: "Wenn die Cuxhavener schon mit einer unserer Einrichtungen werben, dann sollten sie dafür auch mit bezahlen."