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Der Traum von der Weltmeisterschaft

Erfolgreich mit seinem Katamaran - Broder Diedrichsen (Foto: oh)

In Wischhafen gibt es mit Broder Diedrichsen einen dreifachen Deutschen Meister


ig. Wischhafen. Kehdingen scheint ein gutes "Pflaster" für deutsche Meistertitel zu sein. Carmen Neltner und Andre Funck gelang einst in der Leichtathletik der Sprung auf das Treppchen. Die Freiburgerin Carmen wurde im Weitsprung Deutsche Meisterin. Der Dornbuscher Andre Funk im Mehrkampf.
Es gibt aber einen Kehdinger, der alles in den Schatten stellt. Der Wischhafener Broder Hinrichsen holte sich in der Klasse Hobie-Cat 14 mit seinem Katamaran 2007, 2008 und kürzlich am Gardasee den Meistertitel. Das letzte Rennen in Italien sei besonders spannend verlaufen, erzählt Diedrichsen, der als Bootsbauer auf der Krautsander Hatecke-Werft arbeitet und in diesem Jahr sein 20-jähriges Betriebsjubiläum feiert. "Ich hatte nur knapp die Nase vorne, lieferte mir mit Vizeweltmeister Oliver Stoltenberg aus Hamburg ein furioses Finale."
Der Bootsbauer ist mit dem Segelsport aufgewachsen. Auf der nordfriesischen Hallig Hooge lernte er von seinem Vater Harry, "alles, was beim Segeln wichtig ist". Er startete seine Karriere mit den klassischen "Optis", wechselte über in die "Piraten-Klasse". Dann kam der erste Katamaran. "Ein Geschenk meiner Eltern. Da war ich 15 Jahre." Der Einstieg in Meister-Wettbewerbe stand an. 2008, 2009 und 2010 belegte er den zweiten Platz bei der Europameisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft in Travemünde schaffte er den Sprung auf Platz sieben. Diedrichsen: "40 Segler aus acht Nationen waren am Start."
Was ihn an seiner Sportart fasziniert? Das sei der Rausch der Geschwindigkeit. Immerhin können die Katamarane 40 km schnell werden. Auch liebt er die "Einsamkeit" auf dem Boot: Er müsse nur mit sich klar kommen. Mit einem Partner im Mixed zu segeln, lehnt er ab. Er habe das mal einer Freundin versucht. "Funktionierte nicht."
Für seine Erfolge trainiert Diedrichsen, der seit 1988 in Wischhafen lebt, eisern. Kraftraining in einem Schuppen auf Krautsand, Lauftraining am Elbe-Strand. Fitness tankt er auch beim Fußball: Der Katamaran-Spezialist spielt in der 4. Herren des FC Wischhafen. Das Training im Wasser findet bevorzugt an der Elbe statt - in Höhe des "Dralle-Strandes. "Wer hier segelt, kann es überall in der Welt", so sein Credo. Der Wind sei böig, drehe sich ständig.
Sein großer Traum ist, bei der WM 2014 in Barcelona auf der "Treppe" zu stehen. "Vielleicht sogar Weltmeister oder Vize-Champ zu werden. Das wäre eine Hausnummer." Und dass vielleicht seine Sportart einmal olympische Disziplin wird.
Inzwischen hat er für seinen kostenintensiven Sport einen Sponsor gefunden. Das Stader Unternehmen "Rymhart" unterstützt das Segel-Ass, spendet Mützen und Seemanns-Pullis, finanziert für Spanien auch ein neues Segel.
Berühmtheit erlangte der Deutsche Meister durch Stefan Raab. Diedrichsen war einer von fünf Kandidaten bei der Pro-Sieben-Sendung „Schlag den Raab“, setzte sich gegen 300.000 Menschen durch. Der Traum von der möglichen Million platzte: Das Fernsehpublikum entschied sich für einen anderen TV-Herausforderer.