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Algen-Alarm am Sunder See

Werner Schmidt zeigt auf den Algenteppich, der auf der Wasseroberfläche treibt

Defekte Technik an Teichanlage in Landschaftsschutzgebiet bei Oldendorf / Fischen droht Erstickungstod

tp. Oldendorf-Sunde. "Riesige Algenteppiche auf dem Sunder See!" meldet Dierk Breimeier aus Heinbockel. Als Ursache wittert der Naturfreund Überdüngung durch Gülle-Eintrag von umliegenden Feldern und informiert das WOCHENBLATT. Bei einem Ortstermin beurteilen Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann und der Chef des Oldendorfer Sportfischervereins, Werner Schmidt, die Lage als dramatisch: Durch die plötzliche, massenhafte Vermehrung der Blaualgen hat sich die Wasseroberfläche eines mittleren der sechs zusammenhängenden Teiche, aus denen der Sunder See besteht, blau-grünlich gefärbt. Das Wasser wirkt trüb und „wolkig“. Beide befürchten ein Fischsterben infolge von Sauerstoffmangel.

Bakterien, die die abgestorbenen Algen zersetzen, haben offenbar bereits in hohem Maß Sauerstoff verbraucht. Wenn der Prozess anhält, bangt Angler und Naturschützer Werner Schmidt um das Leben der Karpfen, Schleie, Karauschen, Zander und Hechte, die in dem Gewässer leben. Anders als ein als Angelrevier genutzter Teil der Teich-Kette, ist der von der Algenblüte betroffene Bereich des Sunder Sees ein Biotop in einem Landschaftsschutzgebiet.

Ortskenner Johann Schlichtman vermutet, dass durch die starken Regengüsse der vergangenen Tage tatsächlich Phosphate aus umliegenden Äckern in den Teich geschwemmt worden sein könnten. Eine Anreicherung dieses Nährstoffs, der das Algenwachstum begünstigt, wird normalerweise aber durch eine stetige Durchspülung der Teiche mit frischem, sauerstoffreichem und zugleich nährstoffarmem Wasser des kleinen Moorbaches Horsterbeck verhindert.

Doch bei der Begutachtung des Teich-System stellt Angler Werner Schmidt gleich zwei technische Fehler fest: An einem dem Fischbiotop vorgelagerten Teich ist die Vorrichtung zur Regulierung des Wasserspiegels und des Durchlaufs, der sogenannte "Mönch", defekt. Ebenfalls kaputt ist ein Überlauf zur Ableitung überschüssigen Wassers bei starken Niederschlägen. Derzeit fließt nahezu sämtliches Frischwasser an den Teichen vorbei.

Als sich das das WOCHENBLATT einmischt und den Landkreis verständigt, schickt die Behörde unverzüglich einen Naturschutz-Pflegetrupp zu der Teichanlage. Die Mitarbeiter sollen den Wasserstand regulieren sowie den Mönch und Überlauf instandsetzen.