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Der Bootsbauer mit der Keller-Werft

Das erste Modellschiff hat Rudolf Oehlmann seiner Ehefrau Christel zum Geschenk gemacht. Es ziert schon seit vielen Jahren das Wohnzimmerfenster.

Rudolf Oehlmann bastelt Schiffsflotten für die Streichholzschachtel


Um den Fünfmaster von Rudolf Oehlmann aus Himmelpforten zu betrachten, muss man schon genauer hinschauen. Denn seine Miniatur-Schiffchen werfen den Anker in kleinen Streichholzschachteln.

Eine Leidenschaft für Schiffe und Wasser hatte der Rentner schon von klein auf, ist er doch in Bützfleth an der Elbe aufgewachsen. Nach seiner Lehre zum Maschinenbauer machte er sein Patent und fuhr fast zehn Jahre lang als Maschinist zur See. Als Seefahrer lernte er auch Ehefrau Christel (65) kennen, mit der er 44 Jahre verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Sie war es auch, die ihren zuletzt als Maschinenschlosser tätigen Mann kurz nach dem Eintritt in den Vorruhestand zu seinem neuen Hobby verhalf. Christel Oehlmann verliebte sich auf einem Flohmarkt in ein kleines Holzschiff, das aber den Ansprüchen ihres Mannes nicht gerecht wurde. "Das kann ich viel besser", erklärte Rudolph Oehlmann und fertigte zu Hause kurzerhand eine Kogge, mit der er seine Gattin glücklich machte und die seitdem das Wohnzimmerfenster schmückt.

Die Modelle wurden immer größer, bis ein Walfänger-Nachbau schließlich eine stattliche Länge von 1,70 Meter erreichte und nicht mehr in die Stube passte. Da dachte sich der Baumeister: "Das muss doch auch kleiner gehen." Und so bastelte er mit Hilfe von Zahnarztbohrer, Pinzette und Uhrmacherlupe das erste Schiffchen für die Streichholzschachtel und schenkte es seiner Koronar-Sportlehrerin Beate Drewes aus Krautsand zum Geburtstag. Sie war total begeistert und beschloss: "Rudolf, die musst Du auf der nächsten Hobby-Kunstausstellung zeigen."

Seitdem verbringt Rudolf Oehlmann gerade in der dunklen Jahreszeit viel Zeit in seiner "Keller-Werft", um ganze Schiffsflotten zu bauen. Nicht mal seine von den Herzmedikamenten zitternden Hände können ihn bei dieser Arbeit aus der Ruhe bringen. Mit aufgestützten Armen schnitzt er nacheinander fünf Dutzend Rümpfe und Masten, verleimt diese der Reihe nach und setzt schließlich die Papiersegel. Zum Schluss lässt er die Bauwerke in einer Zündholzschachtel vor Anker gehen.

Und so ist Rudolf Oehlmann wohl der einzige Bootsbesitzer, der sich seine gesamte Schiffsflotte in die Hosentasche stecken könnte. (sum)