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Die Kirsch-Saison hat begonnen

Pflücker Shefket Dullovi erntet Kirschen in Hollern-Twielenfleth
 
Die Frühkirschen sind reif. Die Hauptsorten folgen im Juli
lt. Altes Land. Sie sind der Inbegriff des Sommers und endlich reif: Im Alten Land gibt es seit einigen Tagen wieder frische Kirschen in den Hofläden zu kaufen. Die ersten Sorten wie Naprumi oder Merchant werden gepflückt, ab Mitte Juli folgen die knackigen Hauptsorten wie Kordia oder Regina.
Doch dieses Jahr ist kein gutes Kirschenjahr. Das frostige Frühjahr, in dem kaum Bienen zur Bestäubung der Blüten unterwegs waren, sei eine Katastrophe für alle Obstsorten gewesen, sagt Obstbauer Henning Ramdohr (44) aus Hollern-Twielenfleth. Er rechnet mit Ernteeinbrüchen bei der Kirsche von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Überhaupt sei die Kirsche eine "komplizierte Kultur". Da sie früh blühe, sei sie stärker von Frost bedroht als der Apfel, den man zudem besser beregnen könne, so Ramdohr, der auf rund 3,5 Hektar Kirschen anbaut. Auch starker Regen sei ein Problem für die empfindlichen Früchte.
Eine Überdachung der Bäume, wie sie inzwischen auf mehr als 200 Hektar im Alten Land zu sehen ist, kostet aber bis zu 100.000 Euro pro Hektar und ist damit gut vier Mal so teuer wie die Einnetzung.
"Aus diesem Grund werden die sogenannten Freiland-Kirschen fast ausschließlich nur noch von Direktvermarktern wie uns angebaut", sagt Henning Ramdohr. Eine sichere Zusage in Bezug auf die Erntemenge, wie sie z.B. von Supermärkten gefordert werde, sei schlicht nicht möglich.
Große Sorgen bereitet den Kirschbauern aber vor allem ein Insekt, mit dem im wahrsten Sinne des Wortes nicht gut Kirschen essen ist: Die Kirschessigfliege, die aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde, hat sich in den vergangenen Jahren im Alten Land ausgebreitet.
Das etwa 2 bis 3,5 mm lange Insekt ritzt die reifenden Früchte von Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Pfirsichen, Pflaumen, Nektarinen, Aprikosen oder Trauben auf, um im Inneren seine Eier abzulegen. Die Larven schlüpfen und entwickeln sich in der Frucht.
Die Bekämpfung der sich schnell vermehrenden Kirschessigfliege ist schwer, sagt Ramdohr. Es gebe zwar Spritzmittel, die die Obstbauern mit einer Sonderzulassung bei "Gefahr im Verzug" nutzen könnten. Wie effektiv diese aber tatsächlich seien, stehe noch nicht fest.
Der sicherste Schutz vor dem Schädling ist deshalb derzeit noch die komplette Überdachung der Bäume sowie ein seitlicher Schutz mit entsprechend feinen Netzen. Besonders wichtig sei es auch, dass keine reifen Früchte an den Bäumen hängen bleiben, damit die Kirschessigfliege es möglichst schwer habe, sich immer weiter zu vermehren, sagt Martin Kockerols, Fachberater für Steinobst beim Obstbauzentrum Esteburg.
Die gute Nachricht: Obwohl die Kirsche eine sehr anspruchsvolle Kultur sei, bleibe die Anbaufläche im Alten Land bei insgesamt rund 550 Hektar stabil, so Kockerols. Die Altländer Kirschen schmecken eben auch einfach am Besten.

• Die Kirsche wird im Alten Land gebührend gefeiert: So findet von Freitag, 30. Juni, bis Sonntag, 9. Juli, die Altländer Kirschenwoche statt. Es werden u.a. Radtouren, Bimmelbahnfahrten, Picknicke unterm Kirschbaum, Kutschfahrten, Pflückaktionen und Verkostungen auf verschiedenen Höfen angeboten. Höhepunkt ist am Sonntag, 9. Juli, der Kirschmarkt vor dem Jorker Rathaus mit Kirschkernweitspucken, Künstler- und Handwerkermarkt, Schnäppchenmarkt und weiteren Attraktionen.
• Weitere Informationen unter www.mein-altes-land.de oder in der Tourist-Info unter ( 04162 - 914755. Aktionen rund um die Kirsche