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Dürfen Arme nur vom Reisen träumen?

"Da soll's hingehen": Aisha Barthel zeigt auf dem Globus ihr Traumziel Costa Rica

Irrationaler Drang nach Fremde: Wie sich eine 16-Jährige ohne Geld dem Wunschziel Costa Rica nähert

tp. Hammah. "Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld", schwelgt Karel Gott in seinem gleichnamigen Schlager. Doch für Arme bleiben weite Reisen oft ein Traum. Auch für Aisha Barthel (16)? Die selbstständige junge Frau, deren Familie von Transferleistungen lebt, steht kurz davor, sich das kühne Ziel von einem Auslandsaufenthalt im fernen Costa Rica zu erfüllen. Doch finanzielle Engpässe trüben die Vorfreude auf das Abenteuer.

Aisha lernt fleißig Spanisch und besucht die zehnte Klasse eines Gymnasiums. Sie lebt mit ihrer alleinstehenden Mutter und den sechs Geschwistern (10 Monate bis 22 Jahre) im Geest-Dorf Hammah bei Stade. Die materiellen Verhältnisse sind bescheiden: "Ich bekomme kein Taschengeld", sagt Aisha. Trotzdem gelang es ihr, sich die Mittel für einen zehnmonatigen Auslandsaufenthalt bei einer Gastfamilie zu beschaffen: Die Kosten von rund 8.000 Euro bestreitet sie mit ihrem wenigen Ersparten, einem Stiftungs-Stipendium und Auslands-Bafög. "Ich habe mich ganz alleine um die Finanzierung gekümmert", sagt Aisha stolz.

Nun fehlen nach Aishas Berechnungen noch rund 1.500 Euro für eine Schuluniform und Taschengeld. Sie macht sich Sorgen, dass sie ihre Reise mit leeren Händen antreten muss: "Ich habe deswegen Bauchschmerzen", sagt Aisha.

Die Zeit drängt. Im August geht der Flieger ins Land ihrer Träume. "Ich möchte vorher noch arbeiten gehen", beteuert Aisha. Doch wegen besonderer Hartz-IV-Regelungen dürfe sie monatlich nur 100 Euro abzugsfrei zum Familieneinkommen hinzu verdienen.

"Früher habe ich gemodelt", sagt der Teenager. Im Moment bleiben Anfragen von Agenturen aus. Aisha trägt eine feste Zahnspange, die auf Modefotos stört. Doch die Klammer blitzt, wenn Aisha von Costa Rica träumt und dabei ins Lächeln gerät.

"Irgend etwas zieht mich von klein auf magisch nach Südamerika", beschreibt Aisha ihr irrationales Verlangen nach der Fremde, das in einer schönen Kindheitserinnerung begründet sein könnte: "Als meine Eltern noch zusammen waren, haben sie oft zu lateinamerikanischer Musik miteinander getanzt."

• Wer Aisha unterstützen möchte, schreibt eine E-Mail an aisha.barthel@web.de.