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Geo-Radar macht archäologische Funde sichtbar

Kreisarchäologe Daniel Nösler (li.) begleitet die Geophysiker Rudolf Knieß, Ronald Freibothe und Yannik Venohr (v. li.) bei den Arbeiten mit dem Geo-Radar (Foto: am)
am. Himmelpforten. Wo bald ein Einkaufszentrum stehen soll, haben früher zahlreiche Mönche gelebt. Auf dem Gelände rund um die Kirche und das Steinmetzhaus an der B73 in Himmelpforten verbergen sich vermutlich in einem bis zwei Metern Tiefe Reste alter Gebäude. Genau das wollen die Mitarbeiter einer Hamburger Spezialfirma mithilfe eines Georadars herausfinden.
Mit einem Raster aus Maßbändern markieren die Geophysiker die Areale, die untersucht werden sollen. Dann fahren sie mit einem Radar mit Antenne und Registriergerät die gesamte Fläche im Schritttempo ab. „Das Radar sendet einen Impuls in die Erde“, sagt Geophysiker Rudolf Knieß. „Entscheidend ist, nach welcher Zeit das Signal wiederkommt.“ Alle zweieinhalb Zentimeter wird eine Aufnahme gemacht. Aus den gewonnenen Daten kann eine Software die Beschaffenheit der Erdschicht errechnen und dies in eine dreidimensionale Karte umsetzen.
Das Terrain rund um die Kirche ist aufgrund der Geschichte archäologisch sehr interessant. „Die Kirche war früher doppelt so groß. Erst im 17. oder 18. Jahrhundert ist sie verkleinert worden“, sagt Kreisarchäologe Daniel Nösler: „Davor war das hier ein Kloster.“ Drumherum führte der sogenannte Klostergang, in dem sich das Leben abgespielt hat. Dort waren unter anderem die Räume des Abtes und der Mönche untergebracht. Außerdem vermutet Nösler im weiteren Gebiet noch Reste von Brauereien und anderen Wirtschaftsbetrieben.
Im Zuge der Bauarbeiten zu dem geplanten Einkaufszen-
trum auf dem Gelände zwischen Kirche, Steinmetzhaus und dem jetzigen Einkaufszentrum, werden, so vermutet der Archäologe, Fundamente und Mauern zu Tage treten. Um möglichst gut darauf vorbereitet zu sein, hat die Gemeinde Himmelpforten gemeinsam mit dem Landkreis die Firma beauftragt, den Boden mit dem Radar zu untersuchen. „Mit dieser Methode kann man feststellen, wo und wie tief sich noch Reste befinden“, so Nösler. Die Ergebnisse der Radaruntersuchung, die in wenigen Wochen vorliegen werden, können dann frühzeitig vom Planungsbüro berücksichtigt werden. „So wissen wir, wo besonders schonend gearbeitet werden muss“, sagt der Archäologe. Denn Ziel sei es, die Strukturen, wenn möglich zu erhalten.
Das Herzstück der Ausgrabungen wird mit großer Wahrscheinlichkeit das Gebiet unter dem ehemaligen Kloster sein. Hier plant die Gemeinde, die Mauerreste auf Dauer für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir überlegen den Grundriss nachzuzeichnen und die freigelegten Reste im Boden mit einer Glasplatte sichtbar zu machen“, so Bürgermeister Gerd Reimers. Die Fördergelder dafür stünden schon bereit.