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Gisela Wedemeier: Seit 41 Jahren auf der Bühne

Gisela Wedemeier (Foto: am)
am. Kranenburg. „Mein Mann ist schuld“, sagt Gisela Wedemeier. „Er hat mich einfach beim Theater des Sportvereins in Kranenburg angemeldet.“ Das war vor 41 Jahren. Jetzt ist Gisela Wedemeier, Mutter von drei Kindern und Großmutter von sieben Enkeln, 69 Jahre alt und sie tritt immer noch leidenschaftlich gern auf die Bühne. Sie ist eine der ältesten Schauspielerinnen beim „Theater auf dem Flett“ (siehe Infokasten), das in diesen Tagen mit seiner neuen Inszenierung für Furore sorgt. Dem Dorftheater in Kranenburg ist Gisela Wedemeier dennoch treu geblieben.
„Lampenfieber gehört dazu“, sagt die Seniorin. Was ihr besonders gefällt, ist der Reiz, in andere Rollen zu schlüpfen. Unter anderem hat sie die Frau eines Lehrers aus dem 19. Jahrhundert gespielt, deren Unterwürfigkeit sie erst einstudieren musste. Sie hat aber auch die resolute Frau Krüger in „Der Biberpelz“ gespielt, die nicht davor scheute, sich mit dem „Amtsmann“ anzulegen. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, sagt sie.
Angefangen hatte die Seniorin beim Theater auf dem Flett 1993, zwei Jahre nachdem das Projekt ins Leben gerufen worden war. Damals hatte Kurt Müller Reitzner die Regie geführt. „Er hat uns beigebracht, wie wir die Wörter betonen sollen, wie wir gehen sollen und uns bewegen sollen“, so Gisela Wedemeier. Seinen Satz „Man spielt eine Rolle nicht, man ist sie“, hat sie bis heute verinnerlicht.
Viel Zeit investiert sie in die Proben. Geprobt wird drei Monate lang. Hochzeit ist vor der Premiere. Da muss selbst die Maske das Schminken üben.
„Es wird alles so gut einstudiert. Es macht einfach Spaß“, erzählt Gisela Wedemeier. Und noch eines liebt sie an dem Theater: Alle Stücke werden in niederdeutscher Sprache aufgeführt. „Plattdeutsch ist meine Muttersprache“, sagt Gisela Wedemeier. „Sie ist wunderschön und selbst wenn man schimpft, klingt es liebevoll.“


Das 1991 vom Landschaftsverband Stade ins Leben gerufene „Theater auf dem Flett“ versteht sich als Seminar für Spieler aus den plattdeutsch sprechenden Laienbühnen zwischen Elbe und Weser. Aktuell leitet der Regisseur Thomas G. Willberger das Team. In diesem Jahr führt das Ensemble Sonetten von William Shakespeare und Albert Camus’ Schauspiel „Das Missverständnis“ in niederdeutscher Sprache auf. Neue Schauspieler sind gern gesehen. Kontakt unter Tel. 04141 - 410 511.


Theater auf dem Flett
Die nächsten Aufführungen im Landkreis Stade:
• Sonntag, 9. Oktober, 15 Uhr Kutenholz, Heimathaus ‚„Op de Heidloh“; Tickets gibt es an der Tageskasse.
• Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr und Sonnabend, 29. Oktober, 16 Uhr in Freiburg im Kornspeicher; Vorverkauf: 04779-8994477.