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Gold für Heino Tiedemann aus Himmelpforten

Stolz auf die Auszeichnung: Heino Tiedemann (Foto: tp)

Ein halbes Jahrhundert Kyffhäuser-Kamerad: "Ich bleibe dabei, solange ich lebe"

tp. Himmelpforten. Freiwillige von seinem Kaliber gibt es nur noch selten: Seit weit mehr als einem halben Jahrhundert engagiert sich Heino Tiedemann (75) für die Kyffhäuser-Kameradschaft in seinem Heimatort Himmelpforten. Dafür bekam er jetzt von Bürgermeister Berd Reimers die Ehrennadel in Gold samt Urkunde der Gemeinde. Das Christkinddorf vergibt die Auszeichnung seit 15 Jahren an verdiente ehrenamtlich tätige Bürger und Sportler.

"Natürlich freue ich mich über die Ehrung", sagt Witwer Heino Tiedemann, der nie beim Militär war, aber die Kyffhäuser-Uniform immer mit Stolz trug. 1900 wurde der deutsche "Kyffhäuserbund" unter seinen heutigen Namen gegründet. Die Kyffhäuser pflegen die Schießsport in Gemeinschaft und unterstützen bundesweit den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Kommunen u.a. bei Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag, Versöhnung ehemaliger Kriegsgegner sowie bei Haus- und Straßensammlungen zur Pflege der Kriegsgräber.

Der Schwerpunkt in Himmelpforten liegt auf der Pflege der Kameradschaft, Kleinkaliberschießen an jedem Montag um 19 Uhr auf dem Schießstand der Eulsete-Halle und auf geselligen Veranstaltungen. In vergangenen Jahrzehnten feierten die Kyffhäuser mit anderen Kameradschaften große Bälle, heute stehen Busausflüge, Weihnachtsfeiern und Gratulationen zu runden Geburtstagen von Mitgliedern auf dem Programm.

Früher sei es üblich gewesen, verstorbene Mitglieder zu Grabe zu Tragen, sagt Tiedemann, der der Sargträger-Gruppe angehörte. Mit sinkender Mitgliederzahl von 140 zu Hochzeiten auf heute rund 50 sei die Tradition zwischenzeitlich eingestellt worden.

Heino Tiedemann übernahm den Vorsitz der Himmelpfortener Kameradschaft vor 31 Jahren von seinem Schwiegervater. Die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Himmelpfortener Kyffhäuser-Gruppe im Jahr 1988 war ein besonderer Höhepunkt in Tiedemanns Laufbahn als Vorsitzender.

Der Vater von zwei erwachsenen Kindern und Großvater von zwei Enkeln, der Landwirt lernte und später im Werkschutz und in der Stader Saline arbeitete, ist vielfach sozial engagiert. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates Himmelpforten und Mitglied der örtlichen MS-Gruppe, die an Multipler Sklerose Erkrankte und deren Angehörige unterstützt. Vor einigen Jahren setzte er sich erfolgreich für den Verbleib der Rotkreuz-Sozialstation in Himmelpforten ein.

Seine größte Leidenschaft bleibt aber die Kyffhäuser-Kameradschaft, der er auf Kreisverbands-Ebene als zweiter Vorsitzender vorsteht. Er wolle der Organisation die Treue halten, "solange ich lebe".