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Hauen und Stechen um den Horst

Gedränge in Forst-Hude: drei Störche und nur ein Horst - das geht nicht lange gut (Foto: tp/Montage MSR)

Krieg der Störche: Immer mehr Langschnäbel überleben / Zoff um die Nester

tp. Forst/Hude. Krisenstimmung herrscht unter den Störchen im Landkreis Stade: Vielerorts brechen jetzt Revierkämpfe um die Nester aus. Mitunter liefert sich Meister Adebar ein Hauen und Stechen um den Horst. Grund: Immer mehr Störche kehren immer früher aus den Winterrevieren zurück.

Zoff ums Nest gibt es auch im beschaulichen Geest-Dorf Forst/Hude am westlichen Zipfel des Landkreises. Seit dem Wochenende kämpfen drei Weißstörche um den Horst, der auf einem Holzmast auf einer Wiese liegt. Am Montagmorgen hielt ein Storch den "Thron" besetzt. Zwei Artgenossen staksten unter ihm nervös im Gras umher.

"Unter Umständen kann es zu Kämpfen mit schweren Verletzungen kommen", sagt der ehrenamtliche Storchen-Betreuer Gert Dahms aus Hammah. Der Experte vermutet, dass es sich bei den drei Rivalen in Forst/Hude um ein Eltern-Paar und ein Junges handelt, die kurz hintereinander aus den Winter-Rastorten heimgekehrt sind und nun um das Nest konkurrieren. Störche haben die Angewohnheit, an ihr angestammtes Nest zurückzukehren.

Experten beobachten eine Zunahme von Territorialkriegen. Die Ursache liegt in einer von Menschen ausgelösten Verhaltensänderung. Viele Störche überwintern nicht mehr im fernen Afrika, sondern in Spanien auf offenen Müllkippen, wo es Futter in Hülle und Fülle gibt. Wohlgenährt und wegen der kurzen Anreise noch gut bei Kräften, treffen die Störche jetzt schon ab Februar statt im April in Norddeutschland ein. Und wehe, das Nest ist besetzt!

Für Entspannung auf dem tierischen "Wohnungsmarkt" sorgten Tierfreunde in Horneburg. Auf dem alten Schloss errichteten sie am Montag eine Storchen-Nisthilfe.