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Hoffen auf den Erziehungseffekt

Günther Prien kann sein selbstgemaltes Schild beiseite tun. An der L114 steht nun ein modernes "Dialog-Display"

Anwohner dankt WOCHENBLATT: Endlich "Dialog-Display" als Tempo-Bremse in Estorf

tp. Estorf. Endlich kann Tempo-Rebell Günther Prien (71) aus Estorf (Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten) das selbstgemalte Schild vor seinem Haus an der viel befahrenen Landstraße 114 (L114) abbauen. Kürzlich ließ die Kommune an der Raser-Piste am Ortseingang eine stationäre Tempo-Messtafel errichten. Prien dankt dem WOCHENBLATT, das mit einer Berichterstattung die positive Entwicklung anschob.

Wie berichtet, ging Prien rund zwei Jahre lang mit von Hand beschrifteten Tempo-50-Schildern gegen Raser vor. Ein Schild brachte er auf dem Dach seines Hauses an. Ein weiteres stellte er an den Straßenrand. Die Wirkung war nur mäßig: Nach Priens Beobachtungen schossen viele Bleifuß-Chauffeure auf der Tempo-50-Strecke "oft mit 100 Sachen" an seinem Haus vorbei.

Durch das WOCHENBLATT wurde der Polizist und Bürgermeister des Nachbarortes Oldendorf, Johann Schlichtmann (59), auf das Problem aufmerksam und beschaffte das "Dialog-Display" für 2.300 Euro. Der Kreis zahlte 2.000 Euro und die Gemeinde Estorf steuerte die Restbetrag bei.

Das "Dialog-Display", das vor einigen Wochen installiert wurde, ist eine elektrische Tafel, die Raser mit einem traurigen roten Smiley zum Bremsen ermahnt und angepasstes Fahren mit einem lachenden grünen Smiley belohnt. Die Stromversorgung für das Display wird über einen hilfsbereiten Nachbarn von Günther Prien sichergestellt.

Seitdem das "Dialog-Display" in Betrieb ist, hat Günther Prien "eine leichte Verbesserung" im Fahrverhalten der Autofahrer festgestellt. Er hoffe auf einen "gewissen Erziehungseffekt" der Anlage, durch den künftig noch mehr Verkehrsteilnehmer hinter dem Ortsschild den Fuß vom Gas nehmen.