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Nachbarn stellen Nisthilfe für Störche auf

Gert Dahms und Irmtraud Lawnitzak flechten Gestrüpp und Bambus in die Nisthilfe ein (Foto: Lawnitzak)
am. Hammah. In den letzten Jahren war es für Störche in Hammah schwer, eine Bleibe zu finden. Die einzige Nisthilfe im Dorf ist seit mehr als zehn Jahren vermodert und kaputt. Jetzt haben zwei Nachbarn in einer Gemeinschaftsaktion mit dem "Storchen-Spezialisten" Gert Dahms und weiteren Unterstützern eine Nisthilfe aufgestellt. "Wir haben den Vögeln eine schöne Wohnung eingerichtet", sagt Dahms mit einem Augenzwinkern. Mit Gestrüpp und Bambuspflanzen haben er und Irmtraud Lawnitzak das Nest "gemütlich gemacht".
Die Idee zu dem Nest hatten Irmtraud Lawnitzaks Sohn Kai und sein Nachbar Reiko Horn unabhängig voneinander. "Es war ein Zufall, dass wir im Gespräch herausgefunden haben, dass wir das gleiche planen", sagt Kai Lawnitzak. "Dann beschlossen wir, es zusammen zu machen." Jetzt steht an der Grenze zu ihren Grundstücken ein rund 14 Meter hoher Stamm mit einem runden Holzrad am oberen Ende. "Wir mögen Störche und möchten sie einfach unterstützen", sagt Kai Lawnitzak. Er hatte zunächst vor rund einem Jahr in einem Online-Verkaufsportal eine fertige Nisthilfe gefunden, die zu verschenken war. Der lange Transport aus Rostock hatte sich aber als zu kompliziert erwiesen. Also beschlossen die Nachbarn, selbst tätig zu werden. Ein entsprechender Stamm wurde in Fredenbeck gekauft, ein Sägewerk aus Bülkau spendierte den Transport, Holz für das Rad und den Kran, der den Riesen aufstellte. Reiko Horn, der selbst eine Baufirma betreibt, kümmerte sich mit Bagger und Betonmischer um den Fuß. "Er hat viele Stunden investiert, um die Verankerung aus Beton und Stahlträgern vorzubereiten", sagt Lawnitzak. "Unser Dank geht außerdem an die vielen anderen Menschen, die mit Arbeitskraft und Spenden geholfen haben."
Die Nachbarn wollen Hammah wieder zu einem Storchen-Ort machen. Denn früher war das Dorf einmal fester Wohnsitz des Adebar. Von 1962 bis 1984 wohnten die Vögel durchgehend auf einem Dach in der Straße Am Westerende. "Insgesamt 39 Junge kamen dort in dieser Zeit zur Welt", so Dahms, der das spaßeshalber ausgerechnet hat. 2003 und 2004 besuchte wieder ein Paar das Nest. Dann blieben die Zugvögel aus. Jetzt hoffen die Beteiligten, dass sich im nächsten Frühjahr die Störche an der neuen Stelle ansiedeln. Dann muss das Dorf, das eh schon einen Babyboom erlebt, wohl bald noch mehr Kindergärten bauen.