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Seine "Witwer" freuen sich auf ihre Frau

Hans Jürgen Kensik hat schon von klein auf eine Leidenschaft für die fliegenden Briefträger

Hans Jürgen Kensik aus Hammah ist Brieftaubenzüchter mit Leib und Seele


sum. Hammah.
Mitten in einer Siedlung in Hammah ist lautes Gegurre zu hören. Die Brieftauben von Hans Jürgen Kensik (56) sind aufgeregt, denn sie merken, dass sie gleich wieder in die Lüfte steigen dürfen.

Die Leidenschaft für die fliegenden Briefträger begann bei dem Maurer schon früh. „Meine Eltern hatten immer Tauben“, erinnert sich der zweifache Vater, der in seinem Heimatdorf Gräpel zunächst die schönen Rassetauben züchtete. Später stieg er aber auf die Brieftaubenzucht um. Als es Hans-Jürgen Kensik der Liebe wegen nach Hammah zog, packte er auch seine Tauben mit ein.

Heute beherbergt der „Flugexperte“ rund 60 Tiere in einem großzügigen Taubenschlag, aufgeteilt in Jungtiere, Alttiere und Weibchen. Schon einige Wochen nach dem Schlüpfen beginnt das Training für die Nachwuchsflieger. „Jeden Tag nehme ich die Küken in die Hand und spreche mit ihnen. So lernen sie mich kennen“, erzählt der Züchter, der die Tiere mit Hilfe von Futter dressiert.

Nach einigen Wochen dürfen die Tauben zum ersten Mal raus und fliegen. „Erst bleiben sie auf dem Dach sitzen, dann ziehen sie immer größere Runden“, erklärt der Maurer. Schließlich dürfen die Tauben täglich 1,5 Stunden ihre Runden drehen. Diese Zeit halten sie immer auf die Minute ein, auch wenn Hans-Jürgen Kensik die Tiere aus dem etwa zehn Minuten entfernten Stade-Hahle starten lässt: „Ich bin dann schon lange zu Hause und warte. Die Tauben kommen aber erst nach genau 1,5 Stunden wieder angeflogen.“ Wenn er dann mit seiner Futterdose rasselt, wissen die Tiere: „Jetzt müssen wir wieder rein.“

Bei Hans Jürgen Kensik gibt es noch die wahre große Liebe. „Wenn sich ein Taubenpärchen findet, bleiben sie in der Regel ein Leben lang zusammen.“ Das macht sich der Taubenzüchter auch bei den Wettkämpfen, bei denen nur seine Männchen starten, zu Nutzen. Vor der Flug-Saison werden die Pärchen getrennt und nur vor einem Start kurz zusammen gelassen, um noch einmal zu „kuscheln“. Anschließend gehen die sogenannten „Witwer“ in einem Transportwagen auf große Reise, um dann voller Sehnsucht nach der Liebsten schnellstmöglich wieder nach Hause zu fliegen. Und dann freut sich nicht nur die daheimgebliebene Taubenfrau, sondern auch Hans-Jürgen Kensik.