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Sie macht den Fuchs zum Muff

Zur Zeit besetzt die Hobby-Kürschnerin Magdalena Richter einen Poncho mit einem schwarz gefärbten Fuchsfell (Foto: sum)

Magdalena Richter gestaltet aus alten Pelzmänteln neue Accessoires


sum. Düdenbüttel. "Finger weg", heißt es, wenn Magdalena Richter gekonnt mit dem spitzen Nahtroller und dem höllisch scharfen Cuttermesser zu Gange ist, um anschließend an einer Nähmaschine mit einer waagerecht eingespannten Nadel zu arbeiten. Auf die Frage, ob sie sich schon oft in die Finger geschnitten hat, antwortet die Rentnerin schmunzelnd: „In der Lehre hatte ich immer eine Packung Hansaplast auf meinen Fingern kleben.“ Die 68-Jährige ist gelernte Kürschnerin und gestaltet bis heute Taschen, Muffs und Jackenbesätze aus Fuchsfellen und Pelzmänteln.

Mit gerade mal 14 Jahren ging die in Neu Wulmstorf aufgewachsene Tochter eines Nerzzüchters in Hamburg bei einem alten Leipziger Meister in die Kürschner-Lehre und arbeitete anschließend bis zur Geburt ihrer Tochter im Jahr 1974 im Pelzhandwerk. „Mir hat der Beruf immer Spaß gemacht“, erklärt Magdalena Richter, die zugibt, dass auch sie die Art und Weise, wie auf vielen Pelztierfarmen gearbeitet wird, furchtbar findet. Deshalb hat sie bis heute noch kein einziges Tierfell gekauft, sondern arbeitet immer nur mit alten Pelzmänteln oder Fuchsfellen, die sie von Bekannten oder Jägern bekommt.

Nachdem ihre Kinder größer wurden, hätte die zweifache Mutter gerne wieder im Pelzhandwerk gearbeitet. Doch der Beruf gehört in Norddeutschland der „aussterbenden“ Sorte an. Im Elbe-Weser-Raum gib es heute keinen in der Handwerksrolle eingetragenen Kürschner mehr. So fing die Alleinerziehende in einem Krankenhaus an und blieb dort bis zu ihrem Eintritt in den Vorruhestand vor sieben Jahren.

Doch ihrer Pelz-Leidenschaft ist die Kürschnerin bis heute treu geblieben. Vor 13 Jahren zog Magdalena Richter mit ihrem Mann Gerd (53) von Hamburg in die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Im ersten Stock ihres Hauses in Düdenbüttel richtete sie sich ein kleines, einfaches Atelier ein, in dem sie insbesondere in den Wintermonaten ihrem Hobby nachgeht.

Aus einer alten Pelzjacke kann Magdalena Richter fast alles gestalten. Zu ihren Lieblingsstücken gehört neben einer ledernen Gürteltasche mit Fellbesatz und einem Muff mit integrierter Handytasche auch eine Tagesdecke aus einem alten Persianer-Mantel ihrer Mutter. Als nächstes will die Rentnerin einen schwarzen Poncho mit einem schwarzgefärbten Fuchsfell besetzen. Und aus einem schönen Fuchskopf kreiert sie auch gerne mal einen Schal oder eine Stola. Mit einem Lächeln sagt die Kürschnerin: „Das ist vielleicht nicht jedermanns Ding, aber man zieht garantiert die Blicke der Leute auf sich.“